Erstes Land in Europa könnte E-Zigaretten verbieten – Die Debatte um die gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten wird erbittert geführt. Nun hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Empfehlungen herausgegeben, nach denen E-Zigaretten verboten werden sollten. In 30 Ländern weltweit ist das „Dampfen“ aus unterschiedlichen Gründen untersagt – nun könnte dank der neuen Empfehlungen ein europäischer Länderverbund hinzukommen.

Sollte sich das Vereinigte Königreich nämlich an die WHO-Empfehlungen halten und diese in neue Gesetze implementieren, wären alleine davon 3,2 Millionen Briten betroffen. Rund 2000 Geschäfte sind von dem Business mit den Verdampfern abhängig – die Branche ist rund zwei Milliarden britische Pfund wert (umgerechnet: 2,31 Mrd. Euro). Seitdem der WHO-Vorschlag bekannt wurde, stößt er im Vereinigten Königreich auf Widerstand.

Nicht nur der Handel meldet sich, auch Raucher, die sich gerade mit dem „Dampfen“ von herkömmlichen Tabakwaren entwöhnen, reagieren mit Unverständnis auf den Vorstoß. Clive Bates, Experte für durch Tabakwaren angerichtete Schäden und früherer Vorsitzender der Nichtraucher-Gruppe ASH, kommentierte:

„Dieser Rat ist komplett verantwortungslos und bizarr. Wenn die Regierung das ernst nimmt, schützt sie den Zigarettenhandel, ermuntert zum Rauchen und trägt zu einem Riesenberg an Krebs, Herz- und Lungenerkrankungen bei. Hier ist etwas richtig schiefgelaufen.“

Der WHO-Vorstoß in dem Bericht betrifft konkret 2,4 Millionen britische Dampfer, die sich ihre Zutaten und Mischungen selbst zusammenstellen.

Denn in dem Papier geht es um E-Zigaretten, die es „dem Benutzer gestatten, Eigenschaften des Geräts sowie Zutaten der Liquids selbst zu kontrollieren“. Er betrifft demnach das manuelle Nachfüllen mit Liquiden. Die WHO ist besorgt, dass dabei mutmaßlich schädliche Substanzen gedampft werden könnten, was den Konsum einer E-Zigarette insgesamt noch schädlicher machen würde.

77 Prozent der Dampfer in Großbritannien nutzen solche offenen Systeme und mischen ihre Liquids selbst. Die Lehrmeinung in dem Land betont, dass das Dampfen zu 97 Prozent sicherer ist als der Konsum herkömmlicher Tabakwaren und es damit zur Entwöhnung geeignet ist. Später in diesem Jahr soll der neue WHO-Vorstoß auf einer Konferenz in Glasgow diskutiert werden.

Dampf-Experte Peter Hajek von der Queen Mary Universität in London sagte gegenüber der Zeitung „The Sun“: „Es gibt keinen Beweis dafür, dass das Dampfen stark suchterzeugend ist. Sehr wohl aber gibt es Beweise, dass E-Zigaretten Rauchern beim Entwöhnen helfen.“ Auch James Dunworth, der eine Kette von E-Zigaretten-Läden führt, erläuterte: „Ein Verbot würde zu unnötigen vorzeitigen Toden von Rauchern und einer Explosion des Schwarzmarkts führen.“

Quelle: ladbible.com