Wetter: Die „Omega-Hitze“ ist im Anmarsch – Ein ungewöhnlich heißer Mai bescherte uns am Mittwoch bereits den ersten richtigen Hitzetag mit satten 30 Grad Celsius, etwa in Baden-Württemberg. Auch in vielen anderen Regionen Deutschlands herrschten bereits Temperaturen um die 29 Grad, wie etwa in Berlin oder Brandenburg. Nun kommt die sogenannte Omega-Hitze.

So zumindest berichtet „Bild“ und beruft sich dabei auf den Wetterexperten Dominik Jung von „wetter.net“. Der erläuterte in „Bild“: „Das europäische Modell sagt: Nächste Woche weiterhin sehr warm, bis Hitze! Das US-Modell zögert noch etwas, ich denke, wird aber nachziehen. Die trockenen und sehr warmen Tage scheinen nächste Woche weiterzugehen. Von den Eisheiligen fehlt jede Spur.“

Weiter führte der Diplom-Meteorologe aus:

„Nächste Woche im Westen und Süden teilweise 33 oder 34 Grad in der Spitze berechnet. Damit wären wir im Rekordbereich für die Jahreszeit. So was ist typisch für Juli oder August, aber nicht für den Mai.“ Auch Wetterexperte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst erläuterte dem Portal: „Es wird warm bis sehr warm, mit 22 bis 30 Grad. Wir haben eine südwestliche Höhenströmung, mit der sehr warme bis heiße und wiederholt feuchte, zu Gewittern neigende Luftmassen subtropischen Ursprungs herangeführt wird.“

Dem Bericht zufolge spricht man hier von einer sogenannten Omegalage – ein spezifisches Verhältnis von Hoch- und Tiefdruckgebieten, bei dem die Linien mit gleichem Luftdruck, die sogenannten Isobaren, die Form des griechischen Buchstabens Omega (Ω) haben. Die charakteristische Erscheinung stammt demnach davon, dass zwei Tiefdruckgebiete ein Hochdruckgebiet regelrecht umhüllen.

Die durch die Omegalage angezeigten Strömungsmuster lassen sich demnach für Tage im Voraus vorhersagen, da sie sehr stabil sind. „Innerhalb des Omega“ kommt es dabei zu Perioden von Hitze und/oder Dürre. So erläuterte Klimawissenschaftler Dr. Karsten Brandt von „Donnerwetter.de“ bei „Bild“:

„Hochs blockieren die Westwindlage und es gibt weiterhin Sonnenschein. Die Tiefs machen Umwege um Europa. Die Chancen, dass das bis weit in den Juni reingeht (sic) sind groß. Also große Chancen, dass auch der Juni zu trocken und zu sonnig wird. Der Mai könnte mit 300 Sonnensonnenstunden lokal zu Ende gehen.“

Luftströme „in das „Omega rein“

Auch Klimaexperte Martin Stendel erläuterte bei „Bild“: „Dem dänischen Missionar Hans Egede war schon in den 1770er Jahren aufgefallen, dass es häufig kalt in Grönland ist, wenn es warm in Mitteleuropa ist (jeweils im Verhältnis zum Mittelwert) – und umgekehrt. Heute wissen wir, dass ,Ausbuchtungen‘ des Jetstreams hinter diesem Phänomen stehen, das auch als ,Omegalage‘ bezeichnet wird.“ Meteorologe Dominik Jung kommentierte: „Die warme Luft strömt jetzt in das Omega rein. So eine Lage ist in der Regel recht beständig.“

Für den Freitag sind demnach 17 bis 25 Grad Celsius mit meist freundlichem Wetter und Gewittern im Süden vorhergesagt. Der Trend setzt sich am Wochenende fort, es können am Samstag zwischen 18 und 27 Grad, am Sonntag sogar 19 bis 31 Grad Celsius werden. Wetter also, bei dem es sich Grillen und Baden lässt. Schauer und Gewitter sollen dabei kaum zu befürchten sein. Ein Wärmetrend, der sich am Montag mit 19 bis 30 Grad fortsetzt, obschon nachmittags einzelne Gewitter und Schauer auftreten können.

Dieser Trend setzt sich bis in die ganze nächste Woche fort, am Donnerstag soll die Quecksilbersäule auf bis zu 33 Grad klettern. Allgemeines Sommerwetter, möglicherweise dann und wann durchbrochen von einzelnen Schauern oder Gewittern und „viel zu warm für die Jahreszeit“, wie es bei „Bild“ etwa für den Donnerstag heißt.

Auch der US-Wetterdienst NOAA erwartet einen extrem trockenen Mai. Demnach könnte der Sommer zu wenig Regen liefern und im Vergleich zum Klimamittel 1991 bis 2020 um die 1,5 bis 2 Grad Celsius zu warm werden. Meteorologe Jung gegenüber dem Portal: „Das wäre schon eine recht hohe Abweichung und deutet auf einen sehr warmen Sommer 2022 hin!“

Quelle: bild.de