Zwei junge russische Männer spielen vor laufender Kamera, streamen ihre Sitzung im Netz. Plötzlich fliegt die Tür auf und ein Einsatzkommando mit schweren Waffen stürmt die Wohnung. Der Grund: Jemand hatte die Polizei verständigt, in der Bude würden angeblich Drogen gehandelt. Ein weiterer Fall von Swatting, der zum Glück glimpflich ausging – das Video dazu findet ihr weiter unten.

Trends. Nicht jeder von ihnen muss schlecht sein, nur weil die Masse dem jeweils aktuellsten hinterherhechelt wie der Hund dem Markknochen. Doch es gibt Trends, die sind einfach nur saudämlich und noch dazu lebensgefährlich. So wie diese dümmliche Entwicklung, die – wie auch sonst – ihren Ursprung im Internet hat: „Swatting“. Darunter versteht man Aktionen, die Online-Gamer und Streamer zum Ziel haben.

Aus Unmut, Unreife, reiner Dummheit, Grausamkeit oder einem Mix aus all diesen Faktoren rufen dabei anonyme Personen in Polizeirevieren an und melden einen Vorfall, der dermaßen brisant klingt (Entführung, Mord, Terrorismus, Drogenhandel im großen Stil etc.), dass die Polizei Spezialkräfte wie SWAT-Teams und Scharfschützen an den vermeintlichen „Tatort“ entsendet – eben die Wohnung besagter Streamer und Onlinezocker, die von dem kommenden „Besuch“ nichts ahnen. Bei denen stürmt dann eben vor laufender Kamera ein Einsatzteam die Wohnung. Dass bei diesem „Spaß“ bislang noch niemand zu Tode gekommen ist, dürfte reines Glück sein…

Die beiden unbedarften Zocker hat die Aktion in wimmernde Elendshäuflein verwandelt. Ob der wahre Täter/Anrufer ermittelt und inhaftiert werden konnte, ist nicht bekannt.