Weltuntergangs-Gletscher: Experten sprechen Warnung aus – Er zählt zu den größten Gletschern der Welt, der Thwaites-Gletscher in der Antarktis. Er wird auch gerne als „Weltuntergangs-Gletscher“ („Doomsday Glacier“) bezeichnet. Denn der Gletscher mit seiner Größe von 192.000 Quadratkilometern – die Größe Floridas – speichert immense Wassermassen. Seit Jahren müssen die Wissenschaftler beobachten, wie dieser Eisgigant schmilzt.

Würde der Thwaites-Gletscher komplett abschmelzen, würde der Meeresspiegel um bis zu drei Meter ansteigen. Die Folgen wären katastrophal, würden doch so weltweit unzählige Küstenabschnitte und -Städte überflutet werden. Laut Informationen der Vereinten Nationen leben immerhin ganze 40 Prozent der Menschen rund 100 Kilometer vom Meer entfernt.

Nun schlagen Experten wieder Alarm mit weitaus ernsteren Befürchtungen als zuvor. In der Fachzeitschrift „Nature“ gaben die Forscher bekannt, dass sie befürchten, dass der Thwaites-Gletscher vor einem Zusammenbruch steht. Dies zeigen neue Daten vom Meeresboden. Die weisen darauf hin, dass die Möglichkeit besteht, dass der Eiskoloss sich schneller zurückziehen könnte, als man das bisher befürchtet hatte.

„Thwaites hält sich heute wirklich an seinen Fingernägeln fest“

Der Meeresgeophysiker und Co-Autor der Studie, Robert Larter, sagte gegenüber „Forbes“: „Thwaites hält sich heute wirklich an seinen Fingernägeln fest, und wir sollten in der Zukunft mit großen Veränderungen in kleinen Zeitskalen rechnen, sogar von einem Jahr zum nächsten, sobald sich der Gletscher über einen flachen Grat in seinem Bett zurückzieht.“

Sollte dabei die gesamte Eisdecke in den Ozean gleiten, würde der Wasserspiegel eben auf die eingangs erwähnten bis zu drei Meter ansteigen. Der Meeresgeophysiker Alastair Graham von der University of South Florida: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass am Thwaites-Gletscher in den letzten zwei Jahrhunderten und möglicherweise erst Mitte des 20. Jahrhunderts Vibrationen mit sehr schnellem Rückzug aufgetreten sind. […] Nur ein kleiner Tritt gegen Thwaites könnte zu einer großen Reaktion führen.“ 

Quelle: merkur.de