Weltrekordhalterin im Freitauchen: Sofia Gómez in der Maya-Unterwelt – Freediving ist eine faszinierende Sportart, die Willenskraft, belastbare Nerven und starke Lungen voraussetzt. Wer Minuten ohne Sauerstoff in extremer Tiefe verweilt, um sich beim Aufstieg auch noch gedulden zu müssen, um nicht zu rasch aufzutauchen, darf nicht in Panik geraten. Nicht ein einziges Mal. Die Folgen könnten katastrophal sein. Eine reine Männerdomäne ist der Sport nicht – es gibt Athletinnen mit beeindruckenden Fähigkeiten. Eine von ihnen ist Sofia Gómez Uribe, die hier in einem Cenote taucht.

Doch der Reihe nach: Die Kolumbianerin hält etliche Rekorde, allein sechs verschiedene nationale Bestleistungen im Apnoetauchen, eine Goldmedaille beim Freediving in Peru von den Bolivarian Games und den pan-amerikanischen Rekord im dynamischen Freitauchen mit Ausrüstung. Erst 2013 begann sie durch Ermunterung eines Bekannten mit der Sportart, tauchte nach nur wenig Training bereits 40 Meter tief. Dies gab den Ausschlag, den Sport professioneller zu verfolgen, wie ihre Wikipedia-Seite berichtet.

Bei ihrem ersten Versuch, den pan-amerikanischen Rekord im Freitauchen zu brechen, verlor Gómez Uribe die Besinnung – nach 180 Metern. Statt sich entmutigen zu lassen, trainierte sie noch härter. Womit wir beim Video wären: Denn wie trainiert eine Apnoetaucherin? In manchen Videos sieht man Gómez mit Gewichten unter Wasser, sie schleppt Steine mit angehaltenem Atem, Dutzende Schritte weit. In diesem Clip hingegen taucht sie in die felsige Welt eines Cenote hinab.

Bei den Maya hatten diese überfluteten Höhlen Yucatans, die zwischen 20 und mehr als 100 Meter in die Tiefen des Kalksteins reichen und sich mit Grundwasser anfüllen, eine kultische Bedeutung, dienten aber auch als Quellen. Die Öffnungen sind oft weitaus kleiner als die darunterliegenden Höhlen, einige davon galten den Maya als Tore in die Unterwelt Xibalba, einen furchterregenden, höllenartigen Ort. Tausende dieser Cenotes gibt es bis heute auf Yucatan – viele wurden einst als Opferstellen benutzt.

Durch ihre einmalige Herkunft sind diese Orte komplexe Ökosysteme und faszinierende Unterwasserwelten – eine davon können wir nun zusammen mit der eindrucksvollen athletischen Leistung von Sofia Gómez Uribe in Augenschein nehmen.