Weltraum-Überwachung: Abwehr feindlicher Satelliten und Raketen – Erst kürzlich wurde bekannt, dass Deutschland ein Weltraumkommando der Bundeswehr einführt. Jetzt mischt ganz Europa mit und will selbst in den „Krieg der Sterne“ eingreifen: Mit der Installation eines Überwachungssystems, bestehend aus zwei Programmen.

Das eine trägt den ruhmreichen Namen „Sauron“, bekannt aus der Fantasy-Reihe „Der Herr der Ringe“, das andere nennt sich „Odins Eye“. Mit der Überwachung des Weltraums will die Europäische Kommission unter anderem geplante Angriffe mit feindlichen Raketen oder Satelliten aufspüren. Umsetzen soll die Weltraum-Überwachung die Arianegroup, bekannt für den Bau von Flugkörpern und Satelliten.

Vollständige Karte des Weltraums

Pierre Godart, Chef der Arianegroup in Deutschland, sagte gegenüber der „Bild“: „Wir ermöglichen unseren Kunden eine vollständige Karte des Weltraums: Was fliegt wann, wo, in welchem Orbit, und wie bewegen sich diese Flugkörper? Dabei ist es auch wichtig zu klären, ob uns diese Flugkörper freundlich gesinnt sind oder nicht. Handelt es sich beispielsweise nur um Teile von Weltraumschrott?“

Dies soll das erwähnte „Sauron“-System erledigen, das mit Sensoren arbeitet, die auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhen. Mit aufwendigen Algorithmen sowie Laserstrahlen will man dann mit „Sauron“ auch kleinste Teile im All erkennen können. „Sauron“ steht für „Sensors of Advanced Usage and Reconnaissance of Outerspace situation“ oder zu deutsch für „Sensoren für fortgeschrittene Nutzung und Aufklärung der Weltraumsituation“.

Früherkennung ballistischer und Hyperschall-Flugkörper

Das zweite Programm „Odin’s Eye“ soll derweil zur Früherkennung ballistischer und Hyperschall-Flugkörper dienen und von der deutschen Weltraumfirma OHB in Bremen koordiniert werden. Pierre Godart: „Wir arbeiten mit einem weltweiten Geotracker-System, zu dem neun Teleskope auf mehreren Kontinenten gehören. Damit können wir den gesamten Himmel abscannen.“

Quelle: Bild.de