Weil sich ein Nachbar beschwert hat: Gasthaus muss 100 Jahre alten Biergarten schließen – Man sollte meinen, dass jemand, der in die Nähe eines traditionsreichen Wirtshauses mit Außenbewirtung zieht, sich darüber im Klaren ist, dass dort an sonnigen Tagen mit einem entsprechenden Geräuschpegel zu rechnen ist. Erst recht, wenn das Etablissement bereits seit 100 Jahren am Platz ist, wie beispielsweise das Gasthaus „Antons“ in Augsburg.

Doch obwohl das „Antons“ schon viel länger da war als er selbst, klagte ein Nachbar vor dem Verwaltungsgericht– mit Erfolg.

Wie „Merkur“ berichtete hatten die aktuellen Betreiber das „Antons“ – welches vorher unter dem problematischen Namen „Mohrenkönig“ firmierte – das Gasthaus vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie übernommen.

Dies taten sie in dem Wissen, dass die Stadt für den Biergarten nachträglich eine Baugenehmigung erteilte, der all die Jahrzehnte zuvor tatsächlich nicht vorgelegen hatte. Für den geplanten Umbau, welcher durch den Verpächter der Gaststätte – die Brauerei Rieger – finanziert werden sollte, gab die Stadt dann aber grünes Licht.

Aufgrund der erfolgreichen Klage des Anwohners zog die Brauerei laut einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ den Bauantrag jedoch wieder zurück.

Für die neuen Pächter bedeutet dies, dass sie den Biergarten nicht nutzen dürfen. Insbesondere im Sommer stellt das einen erheblichen Umsatzverlust dar, den man bei der Übernahme garantiert nicht auf der Rechnung hatte.

Tatsächlich hatte sich lediglich ein einziger Nachbar beschwert, weshalb die Anwohner und Stammgäste eine Petition ins Leben gerufen haben.

In dem Schreiben heißt es: „Wir wollen unseren Biergarten zurück. Dieser Kastaniengarten ist seit Jahrzehnten ein Biergarten und ich bin gelinde gesagt schockiert, dass sich aufgrund der Beschwerde einzelner daran etwas ändern soll.“

Ob der Biergarten im Sommer vielleicht doch noch öffnen darf, ist bislang noch unklar.

Quellen: focus.de , merkur.de