Weil er im Dienst ein Einwegfeuerzeug stahl: Polizist wegen Diebstahl mit Waffe vor Gericht – Es gibt viele Gründe, seinen Job zu verlieren, das Einstecken eines billigen Einwegfeuerzeuges ist üblicherweise jedoch keiner davon. Außer man ist Polizist im Dienst. Das weiß nun auch ein Beamter aus Recklinghausen, der sich vor kurzem vor dem dortigen Amtsgericht zu verantworten hatte.

Vorgeworfen wird ihm Diebstahl mit Waffe.

Rückblick: Am 20. Juli des letzten Jahres rücken der Angeklagte Florian S. und sein Kollege aus, nachdem man sie zu einem Haus im Ort gerufen hatte.

Dort finden sie die Terrassentür offen vor und durchsuchen in der Annahme eines Einbruches das Haus nach einem Schlüssel, um dieses sicher abschließen zu können. In einem der Zimmer entdeckt S. ein Einwegfeuerzeug und steckt es kurzerhand ein.

Der 24-Jährige ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass eine Wildkamera die Szene filmt, die kurz darauf ihren Weg ins Internet findet.

Der Fall zieht eine Welle der Empörung nach sich, weshalb S. vorerst vom Dienst suspendiert wird. Schließlich findet er sich vor Gericht wieder, wo man ihn mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Denn da er während der Tat seine Dienstwaffe bei sich trug, greift der Sachbestand des bewaffneten Diebstahls, was mit einer Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

S. erklärte vor Gericht, besagtes Feuerzeug lediglich verwahrt haben zu wollen: „Für mich war das ein gefährlicher Gegenstand, den ich an mich nehmen musste.“

Dies habe man ihm im Zuge seiner Ausbildung so beigebracht. Außerdem habe er das Feuerzeug beim Verlassen des Hauses wieder auf den Küchentisch gelegt, was jedoch niemand bezeugen kann.

Das Gericht geht mit Blick auf die Videoaufnahme mit Ton allerdings davon aus, das es sich bei der Aussage lediglich um eine Schutzbehauptung handelt. „Wir müssen die konkrete Situation berücksichtigen. Da ist keine Gefahr. Es ist eine coole, lässige Stimmung da“, erklärte die Richterin.

Von daher verurteilte sie S. wegen Diebstahls mit Waffe in einem minderschweren Fall zu 90 Tagessätzen à 80 Euro.

Zwar ist der 24-Jährige als Beamter auf Probe damit nicht vorbestraft, sollte das Urteil aber rechtskräftig werden, könnte er den Polizeidienst nicht weiter ausüben. Wie sein Anwalt ankündigte, wolle man nun in Berufung gehen.

Quelle: bild.de