Weil er das Gendern kritisierte: ARD-Mitarbeiter beschimpft Zuschauer – Wie sehr das Thema Gendern die Gemüter erhitzt, beweist dieser Tage ein Fall, im Zuge dessen ein freier Mitarbeiter der ARD einen Zuschauer beschimpfte, weil dieser sich über die Verwendung der geschlechtsneutralen Sprache beschwert hatte. Eine Aktion, die nicht ohne Konsequenzen blieb.

Aber von vorne: Buchautor Gunther Grabowski machte sich im April 2021 die Mühe, eine selbsterstellte Broschüre, in welcher er sachliche Argumente gegen das Gendern zusammenfasst, an den NDR zu schicken.

Eine Mitarbeiterin des Zuschauerservice des Senders antwortete, und verteidigte dabei die zunehmenden Sternchen und Sprechpausen im NDR-Programm

Grabowski ließ sich davon nicht überzeugen und verfasste einen weiteren Brief, von dem er eine Kopie auch der Zuschauerredaktion der ARD zukommen ließ. Darin moniert der Autor, dass die geschlechtsneutrale Sprache vonseiten der Sender vorangetrieben werde, obwohl sich die klare Mehrheit der Bevölkerung dagegen ausspricht.

Hinzu käme, dass sich lediglich ein äußerst geringer Prozentsatz an Transsexuellen als „divers“ identifiziert, geschlechtsbezogene Ausdrücke, wie etwa „Sehr geehrte Damen und Herren“, aber dennoch aus dem allgemeinen Sprachgebrauch gestrichen werden sollen.

Bei der ARD schien Grabowski damit einen Nerv getroffen zu haben, denn er erhielt eine gepfefferte Antwort zurück

Laut „Bild“ hieß es in dieser, dass der Zuschauerredaktion aufgefallen sei, dass er „zum Thema gendergerechte Sprache und Gender im Allgemeinen zwar viel zu sagen“ habe, sich „aber offensichtlich nur sehr einseitig mit dem Thema“ auskenne.

„Wobei auskennen hier nicht zutreffend ist. Von der Thematik selbst haben Sie offensichtlich keine Ahnung.“

Die Argumente des Zuschauers zu widerlegen, wollen man sich „jetzt nicht die Mühe machen“, heißt es weiter, da dieser „offensichtlich eine sehr feste Meinung“ habe und diese „sicherlich nicht hinterfragen“ werde.

Die Grundhaltung des Verfassers zieht sich durch den gesamten Brief, in dem Vorwürfe zu lesen sind wie „Sie verstehen das ‚dritte Geschlecht‘ nicht“ und Argumentationen im Stile von: „Erst wenn Ärzte im Sprachgebrauch nicht mehr ausschließlich männlich sind, spiegelt unsere Sprache die gesellschaftliche Wirklichkeit ab. Sie waren sicherlich schon einmal bei einer Ärztin, oder?“

Grabowski sei noch „viel Vergnügen mit dem Programm des Ersten“ und seinem „neuen Hobby“ gewünscht, womit sich der Mitarbeiter auf die Gender-Kritik bezieht

Ganz so einfach wollte Gunther Grabowski sich jedoch nicht abspeisen lassen. Also schickte er einen mit Anmerkungen gespickten Scan des Schreibens an die Programmdirektion der ARD. Und siehe da: Die Rundfunkanstalt entschuldigte sich dafür, dass Grabowskis Anliegen „nicht angemessen behandelt“ wurde.

„Es steht uns nicht zu, Ihre diesbezüglichen Anliegen derartig abzuqualifizieren.“

Die „Bild“ fragte bei dem Sender an und erfuhr dort, dass die Antwort an Grabowski „nicht den Gepflogenheiten der Zuschauerredaktion“ entspräche und man sich von dem fraglichen Mitarbeiter getrennt habe.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass mit kritischen Kommentaren der Zuschauer bei den öffentlich-rechtlichen Sendern derart umgegangen wird.

Als das WDR-Wissensmagazin „Quarks“ die britische Regierung in Form einer Grafik kritisierte, nachdem diese mehr Fußballfans als geplant ins Stadion gelassen hatte, äußerte ein Twitter-User, dass er für solche Beiträge keine Rundfunkbeiträge zahlen wolle.

Die schnodderige Antwort: „Liebelein, die Rundfunkbeiträge hängen nicht davon ab, wie gut dir unsere Beiträge gefallen. Schau dir einfach andere an.“

Quelle: bild.de