Wegen verführerischer Werbung: Frau verklagt McDonald’s – Es ist doch immer wieder erstaunlich, was für Fälle so vor Gericht landen: Eine Frau aus Sibirien hat die Fast Food-Kette McDonald’s verklagt, weil deren Werbung für Cheeseburger angeblich ihre „religiösen Gefühle verletzt“ habe. Diese habe sie nämlich dazu verführt, ihr Fasten zu brechen, und direkt zur nächsten Filiale zu eilen.

Laut einem Artikel der „Times“ schrieb die Frau in ihrer Beschwerde: „Ich habe einen Monat lang gefastet, aber nachdem ich die Werbung gesehen hatte, konnte ich nicht mehr anders. Ich besuchte einen McDonald's und kaufte einen Cheeseburger.“

Den Angaben zufolge gehört die Dame der russisch-orthodoxen Kirche an

In dieser ist es üblich, wie in der römisch-katholischen Kirche auch, insgesamt 40 Tage zu fasten und daraufhin das Osterfest zu feiern. Dies sei der Russin in den letzten 16 Jahren auch stets gelungen, doch wegen McDonald’s war es ihr diesmal nicht möglich, die 40-tägige Fastenzeit zu vollziehen.

Die Frau behauptet, bei der McDonald’s-Werbung handle es sich um einen Verstoß gegen den Verbraucherschutz. Und so heißt es dann in der Klageschrift weiter: „Ich bitte das Gericht, dies zu untersuchen, und, falls ein Verstoß vorliegt, zu verlangen, dass McDonald's mich für meine moralische Kränkung entschädigt.“

Die Schuld wäre gesühnt, wenn McDonald’s ihr 1.000 Rubel Entschädigung zahle – umgerechnet also 11,50 Euro

Die Klage der Frau fußt auf einem Gesetz, das welches Handlungen unter Strafe stellt, welche „die religiösen Gefühle von Gläubigen beleidigen“. Jenes war 2013 von Präsident Wladimir Putin als Reaktion auf einen Vorfall erlassen worden, bei dem die regimekritische Punkband Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein anstößiges Lied zum Besten gegeben hatten. Der Text richtete sich an die Jungfrau Maria, dass diese das Land doch bitte von dessen autoritärem Präsidenten befreien möge.

Der Fall dient russischen Politikern nun als Munition, denen Fast- Food-Werbung ohnehin ein Dorn im Auge ist. Der konservative Abgeordnete des russischen Unterhauses Vitali Milonov erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Moskya, dass „Fast Food im Hinblick auf den Schaden, den die Menschheit sich selbst zufügt“ Zigaretten in nichts nachstünde.

Vonseiten McDonald’s gab es bisher noch keine Reaktion auf den Fall. Dafür meldete sich aber ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche und riet der Frau, „zur Beichte zu gehen, nicht vor Gericht“.

Quelle: stern.de