Wegen Fotos im Sexmuseum: Türkischer Influencerin droht Haftstrafe – Die Influencerin Merve Taskin hielt es anlässlich eines Besuches des Amsterdamer „Sexmuseums“ für eine gute Idee, für Fotos vor frivolen Bildern und Sex-Toys zu posieren. An sich ein vollkommen harmloser Spaß, für den der 23-Jährigen in ihrer türkischen Heimat nun aber eine Gefängnisstrafe wegen Obszönität droht.

Einem Bericht der „BBC“ zufolge war Taskin bereits 2020 gemeinsam mit zwei Freunden in die niederländische Metropole gereist, um dort ihren seinerzeit 22. Geburtstag zu feiern. Eines der geplanten Besuchsziele war dabei besagtes Sexmuseum – Zutritt erst ab 16 Jahren.

Dort tat sie, was Influencer mit gut 600.000 Followern eben so machen: Sich und diverse Ausstellungsstücke, wie etwa Penis-Nudeln oder „Sexy Flaschenöffner“, präsentieren.

In der Türkei war ihr Treiben von den Sittenwächtern jedoch nicht unbeobachtet geblieben. Kaum zurück in Istanbul wurde Merve festgenommen und verhört. Eine zweite Vernehmung folgte dann im Sommer, woraufhin die Influencerin hoffte, die Sache ausgestanden zu haben. Aber es sollte noch dicker kommen:

Taskin wurde aufgefordert, sich am 26. Oktober vor Gericht wegen des Verstoßes gegen Artikel 226 des türkischen Strafgesetzbuchs zu verantworten

Der Artikel regelt den Strafbestand im Umgang mit obszönem und als anstößig empfundenem Material, und sieht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zwei Jahren vor.

Die Influencerin hat bereits angekündigt, vor Gericht aussagen zu wollen, und im Vorfeld mehrere Posts von ihrem Account gelöscht, um den Behörden keine weitere Munition zu liefern.

Die Direktorin des Museums, Monique van Marle, reagierte mit Empörung und bezeichnete die Vorwürfe als „lächerlich“. Taskin sei angeschrieben worden, um dem Bedauern darüber Ausdruck zu verleihen, dass sie nun derartige Probleme habe, obwohl sie doch ein „großartiges Vorbild für andere Frauen“ sei.

„Unser Museum hat das Ziel, Menschen zu informieren und ihnen die Geschichte des Sex nahezubringen. Wir bewundern sie, dass sie sich auf diese Weise zu Wort gemeldet und die Fotos gepostet hat“, so van Marle.

Quelle: bild.de