Wegen Feigheit vor Gericht: Urteil gegen zwei Polizistinnen gefallen – Im letzten Jahr ging der Fall zweier Polizeibeamtinnen durch die Medien, die ihre Kollegen bei einer Schießerei im Stich ließen. Wie es seinerzeit hieß, waren sie in einem Akt der Feigheit vom Tatort geflohen (MANN.TV berichtete). Der Fall landete vor Gericht – das vorläufige Urteil wurde nun gesprochen.

Ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Mit diesem Urteil geht das Amtsgericht Schwelm bei Hagen konform mit der Staatsanwaltschaft, die den zwei Polizistinnen versuchte gefährliche Körperverletzung im Amt durch Unterlassen vorgeworfen hatte.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, ginge damit auch ein Verlust des Beamtenstatus einher, so dass die zwei Frauen nicht mehr länger dem Polizeidienst nachgehen könnten.

Hintergrund ist ein Vorfall, der sich im Mai 2020 ereignet hatte.

Damals waren die beiden Beamtinnen mit ihrem Streifenwagen zufällig zugegen, als Kollegen eine Verkehrskontrolle durchführten, die vollkommen aus dem Ruder laufen sollte.

Der Kontrollierte, ein gesuchter Straftäter, griff zu einer Waffe und eröffnete das Feuer, wobei ein Polizist getroffen wurde und zu Boden ging – die Schutzweste rettete ihm das Leben.

Anstatt nun aber im Zuge ihrer Dienstausübung Leib und Leben der Kollegen zu schützen – was mit Blick auf die Ausrüstung und ausreichend Deckung nach Ansicht des Gerichtes durchaus möglich gewesen wäre – waren die Frauen vom Tatort geflohen – und das im Bewusstsein der Tatsache, ihre Kollegen damit einer erheblichen Verletzungsgefahr auszusetzen.

Im Gerichtssaal hatten die Beklagten den Tathergang bestätigt.

Gleichzeitig warben sie jedoch um Verständnis für ihr Verhalten, da sie in Todesangst gehandelt hätten und Verstärkung organisieren wollten. Dementsprechend hatte die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Zwar erklärte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung, die Furcht der beiden Frauen nachvollziehen zu können, ihnen sei in ihrer Rolle als Polizeibeamtinnen rechtlich jedoch geboten gewesen, anders zu handeln.

Einer der beiden Verteidiger kündigte daraufhin an, in Berufung gehen zu wollen. Mit Blick auf den drohenden Entzug der Beamtenrechte halte dieser das Urteil für nicht nachvollziehbar.

Quelle: tag24.de