Wegen blanker Brüste: Klage gegen Diskriminierung eingereicht – Sich oberkörperfrei in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist für viele Frauen ein Ding der Normalität. Allerdings ist das nicht überall erwünscht, wie im Fall der Französin Gabrielle Lebreton, die auf dem Wasserspielplatz Plansche im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick bereits im letzten Jahr genau deswegen für Ärger sorgte.

Nachdem sie ihre blanken Brüste in die Sonne hielt, wurde sich von Sicherheitskräften aufgefordert, diese doch bitte zu bedecken. Wenn sie dies nicht wolle, sollte sie stattdessen den Platz verlassen. Die Frau weigerte sich jedoch, weshalb die Polizei gerufen wurde. Auch die anrückenden Beamten forderten die Frau auf, entweder ein T-Shirt überzuziehen oder eben die Örtlichkeit zu verlassen. Letztendlich verlies die Französin den Wasserspielplatz.

„Ich fand das sehr diskriminierend. Es war unfair.“

Doch damit war der Vorfall noch lange nicht aus der Welt. Gabrielle Lebreton beschreibt die damalige Situation folgendermaßen: „Ich habe den Ort verlassen, weil ich unter Druck war. […] Ich fand das sehr diskriminierend. Es war unfair.“ Deshalb reichte die 38-Jährige auch Klage gegen Diskriminierung ein und fordert vom Land Berlin eine entsprechende Entschädigung nach dem Antidiskriminierungsgesetz.

Mit eben jener Entschädigungsklage befasst sich nun das Landgericht Berlin. Die Leiterin der Ombudsstelle bei der Senatsjustizverwaltung, Doris Liebscher: „Jeder hat das Recht auf eine Entschädigung zu klagen – unabhängig vom Agieren der Ombudsstelle.“

Im Fall der Französin hält die Berliner Rechtsanwältin Leonie Thum die Klage sogar für erforderlich, da eine Entschädigung nach dem Antidiskriminierungsgesetz Sanktions- und Kompensationscharakter besitzt. Leonie Thum: „Das bedeutet, zum einen soll die diskriminierende Handlung bestraft werden, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden.“, außerdem soll die durch die Diskriminierung  entstandene Schädigung ausgeglichen werden.

„Das war ein Eingriff in die Freiheit der Frau.“

Gabrielle Lebreton: „Mir ist es sehr wichtig, dass diese Diskriminierung als solche anerkannt wird und dass erkannt wird, wie demütigend diese Situation für mich war. […] Das war ein Eingriff in die Freiheit der Frau. […] Die Polizei hätte mich vor so einer Diskriminierung schützen müssen.“

Laut Lebreton trat die Polizei allerdings aggressiv auf, die dadurch vor allem ihren fünfjährigen Sohn verängstigt habe. Sie erklärte ihrem Sohn indes auch, wieso sie sich kein T-Shirt anzog: „Ich habe ihm erklärt, das ich das nicht tun werde, weil alle Menschen die gleichen Rechte haben.“

Quelle: mopo.de