Als Richter muss man auch mal langweilige Sachen machen. Das ist nicht wie im Fernsehen, wo smarte Staranwälte Plädoyers voller Pathos halten, Sexvideos als Beweis gebracht werden oder hitzige Debatten im Zuschauerbereich entbrennen. Und so kann es dann auch sein, dass man ein Urteil fällen muss über Dinge, die an sich schon längst durch sind.

So wie im Falle einer Klage des Verbraucherschutzverbandes aus München gegen die Brauerei Warsteiner. Die Herrschaften kennen die EU-Richtlinien nämlich sehr genau und waren der Meinung, dass die Bezeichnung 'vitalisierend' dem Verbraucher eine Verbesserung des eigenen Wohlbefindens signalisiert, und das darf natürlich nicht sein! Was für einen Sinn würden Richtlinien denn sonst machen? Denn im Falle von Lebensmitteln mit Gesundheitsbezug ist vorgeschrieben, dass man der Werbeaussage eine entsprechende Angabe beifügt.

Wir wissen nicht, ob der Hinweis 'Wortspiel' auf dem Werbeplakat auch gereicht hätte, oder ob es dafür auch wieder Richtlinien gibt, aber zunächst einmal gaben die Richter dem Kläger recht. Interessant dabei ist, dass Warsteiner seine Werbung bereits vor Verhandlungsbeginn umgestellt hatte, da der Vertrag mit Vitali Klitschko fast ausgelaufen war. Aber gut, irgendwomit müssen sich die Anwälte ja beschäftigen. Weiß Gott was die alles anrichten würden, ließe man sie einfach so frei herumlaufen.

Quelle: FAZ