Nicht immer, wenn ein Jägersmann in den Wald geht, ist er auch wirklich der Jäger – dieses Video hätte auch anders ausgehen können, dann wäre der Filmer die Beute gewesen. Glücklicherweise gelang es dem Mann, seinen bärigen Angreifer mit der richtigen Dosis Geschrei abzuwehren. Allerdings nicht, bevor er einen Prankenhieb kassierte, der sich gewaschen hat.

Wenn wir hier in Mitteleuropa Lust auf einen Waldspaziergang verspüren und diesem Drang nachgehen, endet das nur in sehr seltenen, sehr speziellen Fällen gefährlich für uns. Etwa dann, wenn wir das große Pech haben, einem wirklich schlecht gelaunten Keiler über den Weg zu laufen. In den USA und Kanada sowie in vielen Teilen Russlands kann es einem da schon schlechter ergehen, weil man sich in die falsche Ecke des Waldes verirrt – oder die Gefahr unerwartet in den vermeintlich sicheren Teil des Waldes kommt. Dort sind Bären unterwegs, und die haben nicht immer gute Laune. Der Mann aus diesem Video war keineswegs auf einem Spaziergang, sondern zur Bogenjagd in den Wäldern des kanadischen Ontario unterwegs.

Genauer gesagt: am „Fire River“. Ein Ausflug im Frühjahr, da kann man in Kanada schon mal Meister Petz über den Weg laufen. Während der Waidmann eine Ebene überquert, passiert es: Wir sehen am Horizont, wie ein schwarzer Punkt größer und größer wird und sich als kapitaler Brocken von einem Schwarzbär erweist. Der hat offenkundig keine Lust auf einen zweiten Jäger in seinem Revier und geht zum Angriff über – obschon erst, als der Macher des Videos aus der Hocke aufsteht und das Tier so erschreckt, scheint es. Bis auf ein paar hektischere Atemzüge bleibt der Filmer unerschrocken, bevor er seinerseits den Bären durch lautes Geschrei zu vertreiben versucht …