Kein Abenteuerfilm, der auch nur ansatzweise etwas mit Dschungel und Hitze zu tun hat, kommt ohne sie aus: die obligatorische Piranha-Szene. Doch wie ist das eigentlich, sind die Schilderungen, nach denen der in Schwärmen auftretende Raubfisch in Sekunden das Fleisch von Knochen nagen und eine ausgewachsene Kuh in ein Skelett verwandeln kann, wirklich übertrieben? Schaut man sich dieses Video und Piranha-Fütterungen an, muss die Antwort darauf eindeutig ausfallen. Nein, sind sie nicht.

Es gibt kleine und große Piranha-Arten – und sogar relativ friedliebende Varianten sind darunter. Doch fast allen ist gemein, dass die Tiere im Vergleich zu ihrer Körpermasse über einen immens starken Biss verfügen. Gepaart mit den skalpellartigen Zähnen und der hohen Bisskraft der überproportional entwickelten Kiefermuskulatur hat das Fleisch von Beutetieren keine Chance, einem solchen Angriff zu widerstehen. Im Video sehen wir, wie das Wasser bei der Fütterung regelrecht kocht – insbesondere der erste Ausschnitt aus dieser Zusammenstellung offenbart, in welch kurzer Zeit ein Schwarm Piranhas aus rotem Fleisch blanken Knochen macht, wenn man auf den Ochsenschädel achtet.

Doch so sensationell diese Bilder der Hungerraserei dieser Fische sind, sollte man doch nie vergessen, dass sie ähnlich wie Ameisen oder Bodenorganismen keineswegs Schädlinge sind, sondern eine Gesundheitspolizei, die die Flüsse Südamerikas von Aas und kranken Tieren freihält. Die Wissenschaft ist sich ziemlich sicher, dass die meisten Begegnungen zwischen Mensch und Piranha harmlos verlaufen – anders als uns Filme glauben machen wollen, fallen wir aufgrund unserer Größe in der Regel nicht in das Beuteschema dieser Tiere. Sehr beruhigend, wenn man sich diese Bilder anschaut.