Die diebische Elster ist ein Klischee, das wohl so gut wie jeder kennt. Tatsächlich aber begeistern sich die schwarz-weißen, gelehrigen Vögel für allerlei blinkendes Zeug. Wofür diese Vogelart hingegen nicht bekannt ist, ist ihre Angriffslust. Zumindest nicht bei Laien. Der australische Motorradfahrer aus diesem Video hätte zu dem Thema sicher ein paar Takte zu sagen…

Wir sehen den guten Mann fahren und ein bisschen erzählen, dann wechselt er auf die Frontperspektive seiner am Lenker montierten Kamera und der Clip geht in die Vollen: Während der Biker einfach nur friedlich seiner Wege fährt, werfen sich immer wieder gefiederte Sturzkampfbomber auf ihn und krächzen. Es hat etwas von Hitchcocks „Die Vögel“ – und der Harley-Fahrer erklärt, wie froh er über seinen Helm ist.

Irre Elstern

Doch ergibt das Ganze einen Sinn? In Australien spricht man tatsächlich von „Elstern-Wahnsinn“, wenn es zu solchen Bildern kommt. Die Tiere werfen sich stets von oben und hinten auf ihre Ziele und krächzen, selbst Kinder sind gefährdet. Hunderte Kleinkinder wurden bis zum Bekanntwerden dieses Phänomens mit von Schnäbeln und Klauen zerschnittener Kopfhaut in Krankenhäuser eingeliefert.

Mittlerweile warnen Schilder wie dieses vor den Elstern-Angriffen. Ein Team von Biologen der Griffiths University in Brisbane kam dem Phänomen schließlich auf die Spur: Die Tiere nisten, wurden dabei über Jahrzehnte immer wieder von bestimmten Menschen, etwa Kindern oder vorbeifahrenden Bikern mit Steinen und Stöcken beworfen und verloren so Eier und Nester.

Nun hat sich das gesamte Verhalten der Elstern der Region dauerhaft angepasst: Die Art sieht bestimmte Menschen, darunter die erwähnten Ziele, aber auch schwangere Frauen oder Frauen mit Kinderwagen als Bedrohung ihrer Nistplätze – und geht zum präventiven Angriff über. Es sind in den meisten Fällen Männchen, die attackieren – dass ihr Verhalten die Weibchen beeindruckt, trägt nicht zum Rückgang des Phänomens bei.