Die Tram, der Walfisch der Straße. Stolz und unbeirrt von all dem Chaos um sie herum, zieht sie mit stoischem Gleichmut Tag um Tag ihre ewig gleichen Bahnen, als versuche sie, uns daran zu erinnern, dass man auch langsam ans Ziel kommen kann. Doch in Zeiten erhöhten Verkehrsaufkommens schrumpft der Lebensraum der Straßenbahn unaufhaltsam dahin. Immer mehr dieser sanften Riesen fallen der Dummheit von Autofahrern zum Opfer. Und auch der eine oder andere Fußgänger wirft sich ihnen gerne mal in den Weg.

Viele Leute, die es nicht gewohnt sind, empfinden es als äußerst nervenaufreibend, sich in Städten wie Berlin, München oder Stuttgart die Straße mit einer „Strapazenbahn“ zu teilen, wie man sie mancherorts liebevoll nennt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:

Straßenbahnen werden hierzulande im Straßenverkehr grundsätzlich als gleichberechtigte Teilnehmer wie Autos, Busse und andere Fahrzeuge gewertet und müssen sich dementsprechend auch an die geltenden Verkehrsregeln halten. Befindet sich unter dem Verkehrsschild „Vorfahrt gewähren“ allerdings ein weiteres Schild, auf dem eine Straßenbahn abgebildet ist, hat jene an dieser Stelle Vorfahrt. Straßenbahnen sind des Weiteren nicht verpflichtet, an Zebrastreifen anzuhalten und Fußgänger passieren zu lassen.

Und für alle, bei denen es mit der Fahrschule schon ein Weilchen her ist: „Schienenfahrzeuge sind rechts zu überholen. Nur wer das nicht kann, weil die Schienen zu weit rechts liegen, darf links überholen. Auf Fahrbahnen für eine Richtung dürfen Schienenfahrzeuge auch links überholt werden.“ (StVO §5)

Solltet ihr mit eurem Auto ins Ausland fahren, informiert euch am besten bereits im Vorfeld darüber, ob und inwieweit diese Regelungen auch dort gelten. Haltet euch aber immer und überall vor Augen, dass eine Straßenbahn einen längeren Bremsweg hat und naturgemäß nicht ausweichen kann, unabhängig davon, ob ihr nun im Vorfahrtsrecht seid oder nicht. Ansonsten könntet ihr enden wie die Herrschaften im folgenden Video.