So manchen jungen Mann zieht es hinaus auf die weite See. Doch sein Leben dem Meer zu widmen ist nicht nur äußerst entbehrungsreich, sondern stellt einen auch vor diverse schwere Herausforderungen, wie das folgende Video und der hier dargelegte Briefverkehr eines jungen Matrosen beweist.

Woche 1

Hallo Mama,

tut mir leid, dass es so lange mit dem Schreiben gedauert hat, aber die ersten Tage zu See waren genauso aufregend, wie ich mit das immer vorgestellt habe. Ich bin nun mal der „Neue aufm Kutter“, wie die Crew nicht müde wird zu betonen, und muss deshalb die Arbeit machen, auf die keiner Bock hat. Aber das ist okay. Wer auf die Brücke will, muss halt erst mal das Deck schrubben. Und die Klos! Ich schreibe dir bald wieder. Hab dich lieb. PS: Bitte schick mir etwas Geld.

Woche 2

Hallo Mama,

du wirst nicht glauben, was passiert ist! Wir sind in einen Sturm geraten und eine meterhohe Welle hätte einen meiner Mitmatrosen glatt vom Deck gefegt, wenn ich ihn nicht gerade noch rechtzeitig zu packen bekommen hätte. Seither genieße ich echten Respekt unter den Jungs. Der Kapitän hat mir auf die Schulter geklopft und gesagt „Wenn du so weitermachst, mein Sohn, darfst du bald den Anker setzen.“ Junge, Junge, was für eine Ehre! DEN ANKER MOM, DEN ANKER! PS: Schick mir bitte etwas Geld.

Woche 3

Hallo Mama,

ich habe mich nochmal so richtig ins Ölzeug gelegt (haha) und endlich ist es soweit: Morgen darf ich wahrhaftig und offiziell den Anker setzen. Das dürfen sonst nur gestandene Seebären, aber die anderen haben mich seit dem Sturm als einen der Ihren akzeptiert. Alle Lächeln mich an und sind freundlich zu mir. Salzige Gischt oder Freudentränen, ich weiß es nicht mehr. Das wird wie eine Taufe für mich – oder wie Barry sagte: „Morgen fickst du Poseidon so richtig in den Arsch!“ Ein Traum wird wahr, Mom. PS: Bitte schick mir Geld.

Einen Tag später

Hallo Mama,

das mit dem Anker lief etwas aus dem Ruder. Kannst du mich bitte aus Nicaragua abholen?! Und bring etwas Geld mit.

Dein dich liebender Sohn…