Es gibt zwar Schlimmeres als eine Tätigkeit, bei deren Ausführung man sich langweilt – einen Job zu machen, den man hasst, ist doch auf die Dauer unschön. Langeweile ist ein Fluch. Andererseits gibt es Menschen, die einen Beruf haben, der eigentlich abwechslungsreich ist und an der frischen Luft stattfindet, und die dennoch Unfug treiben. In den Pausen zum Beispiel. So wie diese Straßenarbeiter aus Tirol, die mal eben eine Schubkarre und ihre berufliche Zukunft sprengen.

Genauer gesagt spielte sich die Szene im Tiroler Unterland in Österreich ab. Weil den Herren langweilig war – oder aus anderen, unerfindlichen und ebenso dämlichen Gründen wie Geltungssucht – musste das Transportgerät dran glauben. Rasch den Verkehr umgelenkt, eine Sprengstoffkerze entzündet, das Teil unter die umgedrehte Karre gewuppt und zack: Flugkörper. Weit über zwanzig Meter segelte die Schubkarre durch die Luft, bevor sie als Trümmerhaufen aufschlug.

Boom! – Job gesprengt!

Selbstredend hatte die Tat Konsequenzen: Diese Jungs vom Bau waren weit weniger hell als die meisten anderen Vertreter ihres Berufsstandes: Weder anonymisierten sie ihre Gesichter noch das Logo ihres Arbeitgebers. Sie brachen etliche Gesetze: So sorgten sie für eine Gefährdung Unbeteiligter und des Straßenverkehrs und dürften sich über eine Anzeige für illegale Sprengstoffnutzung freuen, sobald die Justiz das virale Filmchen zu Gesicht bekommt.

Der Arbeitgeber dieser Leuchten ihrer Zunft, die Firma PORR, zeigte sich übrigens auch wenig amused. Die sechs Beteiligten sprengten nicht nur die Karre (Firmeneigentum), sondern auch gleich ihre berufliche Zukunft in dem Unternehmen: Sie wurden fristlos entlassen. In einer Stellungnahme heißt es:

In der PORR hat die Sicherheit auf unseren Baustellen ganz klar oberste Priorität. Unsere Teams auf den Baustellen müssen laufend Sicherheitstrainings absolvieren und wissen das. Es gibt daher für diese mutwillige Gefährdung von Menschen und den gezeigten Vandalismus keine Entschuldigung und wir distanzieren uns ausdrücklich davon. Unser Management hat umgehend gehandelt und die beteiligten Kollegen gekündigt. Stellen Sie sich nur vor, Ihre Tochter oder Ihr Sohn wäre von der Scheibtruhe getroffen worden und hätte vielleicht sogar mit dem Leben bezahlt. Die Scheibtruhe hätte auch in eine andere Richtung fliegen können. Die Kündigung ist aus Unternehmenssicht mit der Verantwortung für 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die einzig logische Konsequenz.

Quelle: suedtirolnews.it