Ausnahmsweise zeigen wir euch kein Video eines Mannes, der ein unkalkulierbares Risiko eingeht. Keine rasante Downhill-Höllenfahrt, keine Irren, die ungesichert in Turnschuhen irgendwelche Großbaustellen erklimmen. Nur ein interessierter Taucher, der einen großen Weißen Hai beobachtet – aus der Sicherheit eines massiven Schutzkäfigs heraus. Was soll da schon passieren?

Kaum ein Tier regt die menschliche Fantasie, das Gefühl puren Grauens gegenüber dem perfekten Raubtier so an wie der Hai. Insbesondere der Weiße Hai hat es den Menschen seit Spielbergs filmischen Ausflügen nach Amity Island angetan. Dabei weiß jedes Kind: Ja, Haie, vor allem „Great Whites“, sind von der Natur perfekt ausgestattete Raubtiere. Doch man kann ihnen aus dem Weg gehen, statt sie zu verteufeln und sie bis zur Ausrottung zu jagen. Der Mensch dringt mit Schiffen, Tauchern und – sehr dumm – Surfbrettern in ihre Reviere ein, nicht umgekehrt.

In diesem Fall ist „der Mensch“ eine Gruppe von Interessierten, die die Gelegenheit nutzen will, einen der majestätischen Weißen zu beobachten – und ihn mit einem Brocken Thunfisch anfüttert. Dumm, dass das Tier durch den Happen beim Biss kurzzeitig nichts sieht, weil es beim Angriff eine Membran zum Schutz über die Augen schiebt. Da er von Natur aus weder stillstehen noch rückwärts schwimmen kann (er erstickt sonst), kracht der Große Weiße blind, verwirrt und überraschend in den Unterwasser-Schutzkäfig eines (erfahrenen) Tauchlehrers. Ihr wisst schon, in den Käfig, der „haisicher“ sein soll. Doch von wegen: Der Große Weiße schlägt wild um sich, zerschmettert die Front und dringt in die Zelle ein. Tauchlehrer wie auch der Hai kommen dabei mit einem Schrecken davon.