Schon gut, schon gut – ich bin der mann.tv-Schreibknecht mit den altbackenen Intros, schwätze dauernd vom „Volksmund“ und benutze Sprichwörter, die heutzutage keine Sau mehr kennt. Tut mir ja auch leid. Aber hey, ich benutze auch Wörter wie „altbacken“, was erwartet ihr also!? Dabei passt die Einleitung wirklich, versprochen: „Gut Ding will Weile haben!“ Soll heißen: Wer etwas wirklich Gutes vollbringen will, der lässt sich Zeit. Wir würden das ja gerne glauben, aber schauen wir uns online in dem Wust an Videos um, merken wir: Schnell zu sein muss nicht immer bedeuten, schlechte Arbeit abzuliefern.

In gerade einmal zwei Minuten werden wir in dieser filmischen Zusammenstellung eines Besseren belehrt, was das betrifft. Die Leute, die uns hier gezeigt werden, beherrschen ihre Handgriffe dermaßen aus dem Effeff, dass sie eben keine Weile für ein „gutes Ding“ brauchen. Sei es der Tellerwäscher, der sein Geschirr mit der Geschwindigkeit eines Pokergebers aus Las Vegas in den Halter sortiert. Oder das Mädel, das Werbeflyer mit der Feuerkadenz eines Maschinengewehrs in eine Zeile Postkästen einwirft.

Oder wie wäre es mit einem Melonenschäler und einem Pizzaschneider, angesichts deren Messerarbeit Amateure des Klingenspiels wie Freddy Krueger und Michael Myers schon mal Rente beantragen können? Wir sehen hier so viele Helden der Arbeit, die niemand würdigen wird, die nie berühmt werden oder Kinosäle mit ihren Fähigkeiten füllen – obwohl die schlichtweg beeindruckend sind. Schaut euch nur den Typ mit den Einkaufswagen an, dann werdet ihr wissen, was wir meinen.