Es hat schon seine Gründe, warum Experten davor warnen, wilde Tiere als Spielzeug zu betrachten. Warum in Zoos und Wildparks Schilder hängen, die ausdrücklich davor warnen, dass man gewissen Tieren nicht zu nahe kommen und auf keinen Fall versuchen sollte, sie zu füttern. Bei einem von der Natur über hunderte Millionen Jahre unveränderten, perfekten Raubtier wie dem Hai sollte sich das auch von selbst verstehen. Sollte…

Die nun folgenden Bilder stammen aus Westaustralien und sollten auch dem Letzten endgültig klarmachen, dass ein Zwei-Meter-Hai ein Spitzen-Raubtier am oberen Ende der Nahrungskette ist. Nichts, womit man herumspielt. Die 34-jährige Melissa Brunning versuchte sich jedenfalls daran, einen scheinbar harmlosen Hai in der Dugong Bay bei Derby zu füttern. Hätte sie besser gelassen.

„Kein Haingriff – nur eine Blondine“

Wie heißt das Sprichwort noch so schön: Gibt man ihnen den Finger, nehmen sie gleich die ganze Hand. In diesem Fall nahm der Hai „nur“ den kleinen Finger statt des angebotenen Futters. Er biss hinein und zog Brunning ins Wasser, Freunde konnten sie wieder ins Boot ziehen. Der Finger war zum Glück nur verletzt, nicht weg: „Es hat sich angefühlt, als ob er mir den Finger vom Knochen schreddert“, so Brunning. „Ich dachte, mein Finger wäre weg.“

Die junge Frau hat ihre Lektion gelernt, gibt nicht dem Hai die Schuld, sondern sich selbst. Sie wisse nun, „dass man Meerestiere respektieren muss, dass man sie bestaunen kann – und dass man sie in Ruhe lassen muss.“ Panikmachern und Tierfeinden, die Horrorgeschichten von der Gefährlichkeit von Haien verbreiten, hält sie entgegen: „Das war kein Haiangriff, sondern nur eine Blondine, die eine dumme Sache gemacht hat.“

Quelle: spiegel.de