Möchte man sich erfolgreich als Tierfilmer verdingen, bedarf es zunächst einmal eines Sackes voller Geduld. Je nachdem welche Gattung man mit seiner Kamera einfangen möchte, sollte man sich außerdem ein entsprechend dickes Fell zulegen, denn nur die wenigsten für eine Filmproduktion interessanten Viecher leben in angenehm klimatisierten Wohnungen. Und zu guter Letzt braucht man noch Nerven aus Stahl, wie die folgenden Aufnahmen eindrucksvoll belegen.

Nein, man kann dem Tierfilmer Gordon Buchanan wahrlich nicht vorwerfen, dass er es sich einfach macht. Eisbären in freier Wildbahn über einen längeren Zeitraum hinweg zu filmen ist immerhin eine Aufgabe, an der schon viele Männer seines Faches gescheitert sind. Buchanan sollte es im Zuge der 2013 ausgestrahlten BBC-Produktion „The Polar Bear Family & Me“ jedoch tatsächlich gelingen, eine Eisbären-Familie ein ganzes Jahr über zu begleiten, was uns bislang ungekannte Einblicke in das Sozialverhalten dieser erhabenen Tiere gestattete.

Buchanan bediente sich dazu eines kugelartigen Konstruktes aus Plexiglas, welches ihm zwar Schutz bot, aber freilich nicht sonderlich gut tarnte. Und so kam es dann auch, dass eine mächtige Eisbärendame auf den Mann aufmerksam wurde, und sich in Erwartung einer leckeren Mahlzeit sogleich daran versuchte, die Dose zu öffnen. 

Das Beeindruckende dabei ist nicht nur, wie systematisch das Tier vorgeht, sondern auch, wie vergleichsweise gelassen Buchanan den Angriff des immerhin größten landlebenden Raubtieres der Erde über sich ergehen lässt. Der Mann hat selbst bei dieser Kälte noch gewaltige Eier, das muss man ihm lassen!