Es ist ein Albtraum für jede Familie: Das Kleinkind ist einen Moment unbeobachtet, dann passiert das Schlimmste. So auch vor kurzem in Frankreich, wo ein Kind in großer Höhe aus dem Fenster fiel, sich nur mit Mühe und Not an einer Brüstung festklammern konnte. Doch ein Mann aus Paris schritt zur Tat – wie ein echter „Spider-Man“ erklomm er ungesichert eine Außenbrüstung, um das Leben des kleinen Jungen zu retten. 

Mamoudou Gassada, so der Name des jungen Zuwanderers, wird seitdem in Frankreich als Held verehrt, wurde sogar von Staatspräsident Emmanuel Macron empfangen. Der 22-jährige zögerte keine Sekunde, als er erblickte, wie das Kleinkind aus dem vierten Stock des Wohnhauses fiel. Sofort hangelte er sich an der Außenfassade nach oben. Nicht nur der ewige Dank der Eltern und unzähliger Zeugen seiner Aktion ist ihm gewiss.

Denn der Staatspräsident sicherte Mamoudou Gassada für seine mutige Tat nicht nur die  Einbürgerung in Frankreich, sondern auch eine Anstellung bei der Feuerwehr zu. Seitdem nennt man ihn in Paris den „Spider-man aus dem 18. Stadtbezirk“. Der Mann erhielt auch eine Urkunde für seinen „Mut und seine Aufopferung“. Doch Gassada bleibt bescheiden: „Ich habe nur an seine Rettung gedacht.“

„Ich hörte viele Leute schreien. Ich bin losgerannt, um zu sehen, was ich machen kann. Ich kriegte einen Balkon zu fassen, und bin dann einfach so hochgeklettert, Gott sei Dank habe ich ihn gerettet“, beschreibt er das Geschehen. Über die Folgen für sein Leben und Aufenthalt in Frankreich dachte Gassada wohl nicht nach, denn der Mann aus Westafrika lebt ohne Aufenthaltsgenehmigung dort. Dennoch zögerte er keine Sekunde.

Apropos Folgen: Für den Kindsvater wird die Sache wohl nicht so glimpflich ausgehen, er hatte den kleinen Jungen nämlich keineswegs einen Moment aus den Augen, sondern in der Wohnung komplett allein gelassen. Nun drohen ihm wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht 30.000 Euro Bußgeld sowie maximal zwei Jahre Knast.

Quelle: welt.de