Der größte Teil der metal-affinen Abteilung unserer Leserschaft dürfte bereits am eigenen Leib erfahren haben, was mit einer „Wall of Death“ gemeint ist. Alle anderen können sich im folgenden Video zumindest ein Bild von diesem recht leibesintensiven Massen-Tanzmanöver machen, das umso besser funktioniert, je mehr Leute dabei mitmachen. Wenngleich das reine Zuschauen dem wahren Erlebnis in etwa so nahe kommt, wie das Bild einer leckeren Speise dem Verzehr dieser.

Am Anfang stand der Pogo, ein Tanzstil, welcher aus der Punk-Szene der 70er Jahre stammt und auf kurzen und heftigen Körperkontakt zu anderen ebenfalls Tanzenden ausgerichtet ist.

Begann es ursprünglich als reines „in die Luft Springen“ wurde mit dem Aufkommen immer aggressiverer Musik alsbald ein „den anderen anspringen“ daraus. Dabei geht es jedoch nicht darum, den anderen Schmerzen zuzufügen, sondern eher um den kollektiven Abbau von Aggressionen und Frust.

Für den Außenstehenden mag dieser sogenannte „Slamdance“ chaotisch und auch gefährlich wirken, doch es gibt klare Regeln. Pogo findet nur in dem Moshpit genannten Bereich statt, und wer fällt, dem wird sofort aufgeholfen!

Da es sich allerdings um eine recht anarchische Tanzform handelt, wollen wir uns hier gar nicht mehr allzu sehr in Begrifflichkeiten verlieren, sondern kommen nun direkt zur Königsdisziplin!

Die Wand des Todes

Angeblich von der Hardcore-Band „Sick of it all“ erfunden, stellen sich bei der „Wall of Death“ zwei möglichst gleich große Fraktionen einander gegenüber auf und bilden dabei eine Gasse, die den Moshpit in zwei Hälften teilt und in der durchaus noch weiter getanzt werden darf.

Auf ein spezielles Kommando hin – idealerweise seitens der aufspielenden Kapelle – stürmen die Teilnehmer schließlich aufeinander zu. 

Daher nennt man die „Wall of Death“ in Anspielung an ähnlich geartete Schlachtszenen des Filmes auch „Brave Heart“. In der Mitte prallen die Reihen der Tanzenden schließlich mit großer Wucht aufeinander, woraufhin normal weiter gepogt wird.

In dem Video, welches wir zu Anschauungszwecken für euch herausgesucht haben, werdet ihr Zeuge einer außergewöhnlich langen „Wall of Death“ im Zuge des Auftrittes der Jungs von Dagoba auf dem französischen Hellfest-Festival 2014.

Nicht ganz unverständlich, dass so mancher dafür bloß befremdetes Kopfschütteln übrig hat, aber eine „Wall of Death“ ist nun einmal eines dieser Dinge, die man einfach mal selbst erlebt haben muss, um sie richtig zu verstehen.