Man(n) kennt das: Man beobachtet ein paar Typen dabei, wie sie in einer Kneipe oder sonstwo über ihren Beruf reden. Je nachdem, wie viel Gerstenkaltschale durstige Kehlen herunterrinnt, beginnt irgendwann das große Stechen. Wie beim Quartett: „Mein Job ist viel härter als deiner!“ Doch wer hat ihn eigentlich, den härtesten und gefährlichsten Job? Dank eines Videoberichts aus China wissen wir es: die Bauarbeiter, die die sog. „Glaswege“ in einem Gebirge instandhalten und erweitern müssen. Für einen Hungerlohn.

Man muss schon einen ziemlichen Mangel an Respekt vor großen Höhen und dem eigenen Selbsterhaltungstrieb haben, um in den Bergen von Laowang zu arbeiten. So wie Wang Changmu, der mit seinen Kollegen zusammen massive Glasplatten in den Bergen montiert.  Denn die Arbeiter hier setzen Tag für Tag ihr Leben aufs Spiel – nur damit irgendwelche Touris auf dem Aussichtsweg mit Glasboden ein Panorama genießen können, das einem den Atem verschlägt.

Das Video zeigt, wie die scheinbar komplett angstresistenten Arbeiter (alle sind sehr erfahren und über 50) ungesichert auf schwankenden und federnden Planken ihrer Arbeit nachgehen. 1700 Meter in der Höhe – auf einem Balkenweg, der über drei Kilometer lang ist und auf dünnen Brettern, zwischen denen ein solcher Abstand herrscht, dass man den schwindelerregenden Blick unablässig vor Augen hat und gleichzeitig mit den Beinen hindurchrutschen könnte. Schlechte Sicht durch den Höhennebel tut ihr Übriges. Zehn Stunden verbringen diese Unerschrockenen so auf ihrer Arbeit – für umgerechnet zwischen 50 bis 53 Euro. Pro Tag, nicht pro Stunde …

Quelle: tag24.de