Hach ja, das Karma. Dafür, dass es sich dabei um ein philosophisches Gedankenkonstrukt handelt und man folglich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob es diese kosmische Macht überhaupt gibt, erfreut es sich einer erstaunlichen Popularität. Insofern verhält es sich mit dem Karma – ohne blasphemisch klingen zu wollen – ein bisschen wie mit Gott. Nur dass ihm nicht in einer Kirche gehuldigt wird, sondern auf YouTube, wo in unzähligen Videos die einfache Lehre gepredigt wird: Willst du anderen Böses, wird dir Böses widerfahren.

Und wie es sich für eine anständige Allmacht gehört, kennt das Karma weder Grenzen noch macht es einen Unterschied zwischen Hautfarben, Glauben oder Geschlecht. Und so trifft es diesmal einen Mann aus Ho Chi Minh in Vietnam, der in ein Haus einzubrechen versucht.

Er wähnt sich ungesehen, doch die Sicherheitskamera hält voll drauf, und dokumentiert sein Bestreben, das Tor vor dem Gebäude mit einer Brechstange auszuhebeln, um sich Zutritt zu dem Grundstück zu verschaffen. Und tatsächlich scheinen seine Mühen Früchte zu tragen, als das gesamte Gitterwerk zu schwanken beginnt.

Nun könnte man dem Knaben damit durchaus ein gewisses Talent als Einbrecher attestieren, von Physik jedoch hat er wohl weniger Ahnung. Diese ist nämlich einer der Vollstrecker des Karmas auf Erden, und bestraft den kriminellen Akt sofort, indem es nicht nur das schwere Tor auf den Mann fallen lässt, sondern ihm dabei auch gleich noch das Bein bricht.