Mit dem Trainieren von gewissen Fertigkeiten ist das ja immer so eine Sache, wenn man dies nicht im Stillen für sich oder in einem eigens dafür konzipierten Rahmen erledigen kann. Jeder, der schon mal erlebt hat, wie ein vorausfahrender Fahrschüler an der Ampel den Wagen abwürgt, weiß, wie das gemeint ist. Noch sehr viel komplizierter wird es aber, wenn das Militär Manöver im großen Stil einübt. Wie zum Beispiel das Versenken von Schiffen.

Dafür ist das Ganze dann aber auch sehr viel spannender fürs Publikum, als dem Nachbarsbalg bei seiner allwöchentlichen Tuba-Probestunde lauschen zu müssen. Siehe „SINKEX“, eine großangelegte Versenkungsübung im Rahmen eines multinationalen Militärmanövers namens „RIMPAC“ (Rim of the Pacific), welches seit 1971 alle zwei Jahre von der United States Pacific Fleet, einem Teil der United States Navy, durchgeführt und geplant wird.

„SINKEXs sind für uns eine wichtige Möglichkeit, unsere Waffen und Waffensysteme so zu testen, dass unsere Schiffskompanien, unsere U-Boot-Fahrer, unsere Flugzeugbesatzungen und unsere Landstreitkräfte eine möglichst realistische Ausbildung erhalten, erklärt Bob Auchterlonie, stellvertretender Kommandeur der RIMPAC Combined Task Force der Royal Canadian Navy.

Im Jahr 2018 traf es dabei – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen – die USS Racine (LST-1191), ein im Jahr 1993 außer Dienst gestelltes Panzerladungsschiff der Newport-Klasse.

Jenes musste nämlich als Zielscheibe herhalten, um Einheiten aus Australien, Japan und den USA die Möglichkeit zu bieten, auf ein Oberflächenziel auf See zu zielen und scharf zu schießen.

Die Racine wurde dabei Angriffen aus der Luft, aus dem Wasser und von Lande ausgesetzt, und liegt nun in ihrem Wassergrab 15.000 Fuß tief etwa 55 Seemeilen nördlich von Kaua'i, Hawaii. Natürlich werden derartige Opfer-Schiffe, die sogenannten „Hulks“, unter strikter Einhaltung der Vorschriften seitens der Umweltschutzbehörden im Vorfeld präpariert.

So wird jedes Schiff einem rigorosen Reinigungsprozess unterzogen, einschließlich der Entfernung aller polychlorierten Biphenyle (PCB), Transformatoren und großen Kondensatoren, aller kleinen Kondensatoren, soweit dies praktisch möglich ist, des Abfalls, schwimmfähiger Materialien, quecksilber- oder fluorkohlenstoffhaltiger Materialien und leicht abnehmbarer fester PCB-Gegenstände. Auch Tanks, Rohrleitungen und Reservoirs werden von Erdöl gereinigt.

Das folgende Video dokumentiert Beschuss und Untergang des Schiffes, welches den diversen Raketen und Torpedos, aus unserer laienhaften Sicht heraus, erstaunlich lange standhält.

Quelle: dvidshub.net