Überfüllt, schmutzig und vollkommen veraltet: Es hat schon irgendwie Tradition. Mit dem ausgehenden Jahr nehmen Öffentlichkeit und Fahrgäste die Deutsche Bahn stärker in die Pflicht, so scheint es. Ob es an den im Winter gefühlt häufiger ausfallenden Zügen liegt, ist unbekannt. Greifbarer ist da schon die Wut über die erst unlängst erfolgte Preiserhöhung für die Tickets. Die Kölner Zeitung „Express“ berichtet, dass der Bundesrechnungshof dem Unternehmen einen Anpfiff verpasst hat. Der Vorwurf: Geldverschwendung.

Wir sehen sehr kritisch, dass jedes Jahr drei bis vier Milliarden Euro Steuergeld in die Bahn fließen, ohne dass die Infrastruktur verbessert wird“, so Kay Scheller, Präsident des Bundesrechnungshofs. Nicht grundlos: Auf eine Anfrage der Partei Die Grünen an die Bundesregierung offenbarte diese, dass etwa die Hälfte aller deutschen Eisenbahnbrücken sanierungsbedürftig sei. Auch die Stellwerke sind veraltet: „Die […] stammen großteils noch aus der Kaiserzeit“, weiß Karl-Peter Naumann (66), Sprecher des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“. Auch viele Streckenabschnitte seien laut Naumann wegen veralteter Schwellen oder Schotters nur langsam zu befahren.

Bahn wiegelt ab

Ein Sprecher der Deutschen Bahn hält dem entgegen, dass man 2016 3200 Schienen und 2000 Weichen ebenso erneuert oder ausgetauscht habe wie 2,9 Millionen Bahnschwellen. Bis 2019 wolle das Unternehmen 875 Brücken sanieren und damit das „größte Modernisierungsprogramm für die Infrastruktur in der Geschichte der Eisenbahn“ durchführen – doch zuerst müsse der Investitionsstau aus der Welt geräumt werden. Die Ticketpreise steigen derweil, gut 1,3 Prozent teurer sind die Tickets im Durchschnitt geworden, im Regionalbetrieb sind sie abseits der Verkehrsverbunde sogar um 1,9 Prozent gestiegen – doch es soll Hoffnung für Vielfahrer und Pendler geben.

Ein neues System in Erprobung soll flexibel darauf reagieren, wie beliebt ein Reisetag ist und die Ticketpreise entsprechend anpassen. Die Leser des Express drücken in Kommentaren ihre Meinung dazu aus, ob diese Neuerung wirklich helfen kann, sie klagen allesamt vor allem über überfüllte, unpünktliche und vor allem schmutzige Züge. Doch damit nicht genug, vor allem der Komfort und die Sauberkeit der Sanitäranlagen lasse zu wünschen übrig. Karl-Peter Naumann dazu: „Die Zwischenreinigung passiert häufig nicht – vor allem im Regionalverkehr.

Quelle: express.de