Es ist kein Geheimnis, dass in unserem Zeichen von Konsum und einer Alles-sofort-Attitüde jene auf der Strecke bleiben, die sich den ganzen Spaß nicht leisten können. Gerade beim Sex betrifft dies vor allem Frauen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen oder gar Hartz IV beziehen. Zumindest, wenn es um das Thema der Pille geht. Doch damit soll es vorbei sein, künftig soll Vater Staat für die Verhütungsmittel aufkommen.

Geht es nach dem Willen der Bundesländer, wird nämlich in den kommenden Jahren die öffentliche Hand dafür aufkommen, dass geringverdienende Damen ihre Pille bekommen. Eine entsprechende Entschließung des Bundesrates wurde am Freitag vollendet – jetzt soll die Bundesregierung darüber befinden, ob diesem Anliegen auch stattgegeben wird.

Aufgrund des Preises würden einkommensschwache Frauen nämlich der finanziellen Gründe wegen weitaus günstigere und vor allem weniger sichere Verhütungsmittel verwenden – oder gar ganz darauf verzichten. Entsprechende Studien lagen der Entscheidung der Länder im Bundesrat zugrunde. Zwar gäbe es Länder und Kommunen, die dieser Entwicklung über Fonds und Härtefallregelungen entgegenwirken, doch eine bundesweite Lösung sei nötig – eventuell auch aus Bundesmitteln.

15 Euro monatlich bekommen Frauen mit schwachem Einkommen für ihre Gesundheitspflege, darunter auch Arzneimittel – das ist seit 2004 der Fall. Man darf gespannt sein, wie die Regierung in diesem Fall entscheidet.

Quelle: tag24.de