Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung wird geprüft: Gaffer filmt und verhöhnt Polizisten im Todeskampf – Kürzlich kursierte in den sozialen Netzwerken ein Video, welches einen verunglückten Polizeibeamten im Todeskampf zeigte. Als wenn das nicht schon perfide genug wäre, verhöhnte der Filmenden den sterbenden Mann auch noch, anstatt diesem Hilfe zu leisten.

Mehreren Medienberichten zufolge zeigt das Video, welches inzwischen wieder entfernt worden ist, den Unfall eines Polizisten in Pankow. Der Mann sitzt daraufhin unkoordiniert gestikulierend und schreiend hinter dem Steuer, was den Filmenden offenbar dazu veranlasst, diesen als „völlig besoffen“ zu bezeichnen, wie der „Tagesspiegel“ (https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article233873805/Berliner-Polizist-kurz-vor-Tod-gefilmt-und-verhoehnt.html) berichtet 

Via Twitter teilte die Berliner Polizei daraufhin mit, dass sich der Kollege tatsächlich jedoch in einer „medizinischen Notsituation“ befunden und um sein Leben gekämpft habe.

Er sei kurz darauf verstorben und gerade mal 60 Jahre alt geworden.

Auf das Video aufmerksam geworden zeigten sich die Behörden schockiert und empört über die Aufnahmen. So schrieb die Polizei in einem Statement: „Die Verbreitung dieses Videos ist geschmacklos & strafbar. Ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung wird geprüft.“

Polizeipräsidentin Barbara Slowik erklärte: „Dieses Video ist abscheulich, die Veröffentlichung unerträglich! Es macht mich fassungslos und wütend.“ 

Selbst wenn der Zustand des Verunglückten vonseiten des Augenzeugen falsch interpretiert wurde, sei es „widerwärtig, dass der Wert der Followerzahl und die vermeintliche Möglichkeit, die Polizei Berlin in den Schmutz zu ziehen, offenbar wichtiger war als die Würde unseres Kollegen, eines Menschen, zu respektieren“.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte entsetzt.

„Es schockiert uns, dass man lieber zum Smartphone greift und draufhält, anstatt einem offensichtlich in Not geratenen Menschen zu helfen. Dass derartige Aufnahmen aus der reinen Gier nach Klicks und Aufmerksamkeit im Social Media verbreitet werden, zeigt einen mittlerweile stark verbreiteten digitalen Narzissmus, der strafrelevante Folgen haben muss“, erklärte GdP-Sprecher Benjamin Jendro.

Quellen: bild.de , morgenpost.de , spiegel.de