Unschuldig im Gefängnis: Mann wird nach 43 Jahren freigesprochen – Der mittlerweile 62-jährige Kevin Strickland hat 43 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht – unschuldig, wie sich nun herausgestellt hat. 1979 war er lediglich auf der Grundlage einer Zeugenaussage verurteilt worden. Da diese jedoch später widerrufen wurde, sei der damalige Schuldspruch nicht haltbar – ein Richter forderte von daher die sofortige Freilassung Stricklands.

Seinerzeit war der Afroamerikaner wegen eines Dreifachmordes in der Stadt Kansas City in Missouri von einer ausschließlich weißen Jury schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Zuvor hatte man die Opfer des Verbrechens gefesselt und erschossen aufgefunden. Eine Frau überlebte und identifizierte Strickland als einen den Täter. Eine Aussage, welche sie später zurücknehmen sollte.

Und auch zwei weitere wegen der Tat verurteilte Männer gaben zu Protokoll, dass nicht Strickland, sondern zwei andere Männer an dem Dreifachmord beteiligt gewesen seien. Darüber hinaus gab es nicht nur keine Beweise für Stricklands Schuld, er hatte sogar ein Alibi für die Tatzeit.

Letzten Endes sah auch die Staatsanwaltschaft Stricklands Unschuld ein.

„Zu sagen, dass wir äußerst erfreut und dankbar sind, wäre eine Untertreibung“, betonte Staatsanwältin Jean Peters Baker. „Das bringt endlich einem Mann Gerechtigkeit, der so, so lange auf tragische Weise wegen einer falschen Verurteilung gelitten hat.“

Wie es heißt, sei Strickland einer der am längsten inhaftierten Sträflinge in den USA, der nach einem Fehlurteil für unschuldig befunden wurde. Möglich wurde dies durch das sogenannte „Midwest Innocence Project“, welches von der Jura-Fakultät der Universität von Missouri in Kansas City gegründet wurde, und es sich zur Aufgabe gemacht hat, zu Unrecht verurteilten Menschen zu ihrem Recht auf Freiheit zu verhelfen.

Auf eine finanzielle Entschädigung darf Strickland jedoch nicht hoffen.

Eine solche wird in den USA zu Unrecht inhaftierten Menschen nur dann ausgezahlt, wenn deren Unschuld durch einen DNA-Beweis zementiert wird, was bei Strickland nicht der Fall ist.

Quelle: focus.de