25 Meter klingen nicht nach viel – doch geht es um eine Spinne, die kaum größer ist als ein Centstück, sieht die Sache schon anders aus. In diesem Video seht ihr, wie das Tier einen Faden verschleudert, der über einen Fluß hinweg reicht. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben.

Männerseite, Männerthemen. Darum haben wir hier einen Klassiker aus dem Repertoire der Binsenweisheiten als Aufhänger: „Es kommt nicht auf die Größe an, sondern auf die Technik!“ Man nehme etwa die Spinne der Art Caerostris darwini, zu dt. „Darwins Rindenspinne“. Dieses kleine Kerlchen ist kaum größer als ein Daumennagel und gebietet doch über unfassbare Fähigkeiten, bei denen Marvels blau-roter Fassadenkletterer Spider-Man verschämt zu Boden blickt.

Doppelt so starke Seide

Denn die erst 2009 auf Madagaskar entdeckte Art webt nicht nur gigantische Netze aufgrund eines übergroßen Seidenvorrats im Körper, diese verankert sie mit einem speziellen Hauptfaden. Den kann das briefmarkenkleine Geschöpf unfassbare 25 Meter weit verschießen, indem es sich des Windes und der Leichtigkeit der Fäden bedient.

Auf diese Weise kann Darwins Rindenspinne breite Flüsse und Schluchten mühelos überwinden. An den Anker knüpft das Tier Netze, die ihm einen Beutefang ermöglichen, den sonst kein Spinnentier erschlossen hat: den Luftraum über Gewässern.

Spinnenseide stellt eines der belastbarsten und strapazierfähigsten Biomaterialien der Natur dar. Sie wird von Menschen wegen dieser Eigenschaften erforscht, ist im Verhältnis stärker als das Schutzwesten-Material Kevlar und Hightech-Kompositstoffe.

Die Seide von Caerostris darwini ist doppelt so reißfest wie die sämtlicher andere Spinnenarten – ein Schatz der Natur, nach dem sich die Wissenschaft die behandschuhten Finger leckt! Doch glaubt nicht unseren Schilderungen, schaut euch dieses beeindruckende Video an. Einen besseren Beweis für „Technik statt Größe“ werdet ihr kaum finden …