Wir schreiben 2018. Dennoch vergeht keine Woche, in der man nicht ein Video zu Gesicht bekommt, bei dem man sich ernsthaft fragt, wo manche Leute waren, als Gott/Die Schöpfung/Mutter Erde Dinge wie Verstand, Achtung oder das Verständnis für Konzepte wie Respekt verteilt hat. Insbesondere bei Menschen der Gattung „Influencer“/„YouTuber“ kratzt man sich immer wieder verwundert am Kopf. So wie bei dieser „Dame“.

Sie hatte es sich mit ihrem Kanal zur Aufgabe gemacht, besonders gefährdete und bedrohte, beinah ausgestorbene Tierarten vor laufender Kamera zu kochen und zu verspeisen. 2018, wo quasi im Wochentakt mehrere Tierarten für immer von der Erde verschwinden. Ah Lin-Tuch heißt dieses Glanzlicht der Menschheit. In „Survival“-Videos präsentierte sie im wiederkehrenden Turnus, wie sie sich verschiedene unter Artenschutz stehende Vertreter diverser Spezies einverleibte.

Darunter waren etwa verschiedene Vogelarten, eine gefährdete Katzenart, Echsen, ein Hai und sogar eine Königskobra. Doch Kambodscha ist an alles andere als rechtsfreier Raum, Tierschutz nimmt man in Phnom Penh äußerst ernst. Ah Lin-Tuch und ihr sie filmender Mann Rhoun Raty wurden vom Umweltministerium und der Polizei gefasst und mussten sich öffentlich wegen der „Zerstörung der wilden Tierwelt“ entschuldigen.

Ah Lin-Tuch: „Ich weiß nicht mal, welche Arten von Tieren oder Vögeln wir verwendet haben, oder welche Auswirkungen sie auf die Erhaltung von Wildtierbeständen hatten. Ich habe sie auf dem Markt bei Preak Phnov gekauft und wir haben im Dezember angefangen, unsere Videos zu drehen. Meinen Fehler habe ich schon zugegeben.“ 

Ein schlechtes Gewissen klingt für den Verfasser dieser Zeilen anders und wir können nur hoffen, dass die kambodschanischen Behörden das saubere Pärchen nach der unausweichlichen Gerichtsverhandlung ordentlich zur Kasse bitten werden. Umgerechnet 500 Euro pro Video haben sie mit ihren Taten verdient.

Quelle: ladbible.com