Umweltschutz am Briefkasten: Deutsche Umwelthilfe will ungewollte Werbepost verbieten – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat berechnet, dass ungewollte Briefkastenwerbung jedes Jahr einen CO2-Ausstoß von über einer halben Million Tonnen verursacht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man in Sachen Papierherstellung bis zu 535.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen könnte, erhielten lediglich jene Haushalte Werbepost, die auch Wert auf diese legen.

Die aktuelle Regelung sieht vor, dass man an seinem Briefkasten mit einem entsprechenden Aufkleber explizit ablehnen muss, um keine Wurfsendungen mehr zu erhalten.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert von daher, gesetzlich eine sogenannte „Opt-In-Regelung“ einzuführen, die den Spieß umdreht und den Einwurf nur noch dann erlaubt, wenn der Briefkasten ein ausdrückliches Ja signalisiert.

Schätzungen des Umweltbundesamtes zufolge entfallen auf jeden Haushalt in einer Woche 500 bis 700 Gramm unerwünschte Werbung und kostenlose Zeitungen. Die Deutsche Umwelthilfe schätzt wiederum, dass ganze drei Viertel der Deutschen bei einer Opt-In-Regel keine Werbung mehr erhielten. Eine Annahme, auf welcher auch die Berechnung des einzusparenden CO2-Ausstoßes basiert.

Laut den Daten der Zeitungsmarktforschungsgesellschaft ZMG sehe es aktuell jedoch so aus, dass lediglich 28 Prozent der Bürger Werbepost durch einen Aufkleber ablehnen.

Von daher war man bereits im vergangenen Dezember mit 100.000 gesammelten Unterschriften an das Bundesjustizministerium herangetreten (MANN.TV berichtete). Eine Gesetzesänderung hat es seither jedoch noch nicht gegeben.

Wie es vonseiten des Ministeriums auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hin hieß, könne man das Anliegen der Umweltschützer nachvollziehen. Mögliche Regelungsoptionen würden derzeit geprüft werden. Allerdings seien, etwa mit Blick auf örtliche Unternehmen, wichtige Abwägungsfragen noch ungeklärt.

So sei Werbepost zum Beispiel für den stationären Handel „ein wichtiges Instrument der Absatzförderung“, wie eine Sprecherin erklärte. Zudem könnte eine Opt-In-Regelung die Pressefreiheit beschneiden, wenn das Verbot Anzeigeblätter mit einem redaktionellen Teil beträfe.