In Brandenburg geht es hoch her, Eltern sind entsetzt: Denn die Oberschule der Stadt Templin verfolgt ein mehr als umstrittenes Projekt: Ca. 90 Schüler aus den neunten Klassen des Instituts werden dabei eingeladen, unter Betreuung Alkohol zu konsumieren. Der beaufsichtigte Nachwuchs soll bis zu 0,8 l Wein bzw. 1,3 l Bier trinken – und zwar auch solche Schüler, die zuvor noch nie Alkohol getrunken haben.

Das Konzept firmiert unter dem Projektnamen „Lieber schlau statt blau“ und wurde als Suchtpräventionsidee ins Leben gerufen. Die rot-rote Regierung von Brandenburg fördert das Projekt seit Jahren mit Steuermitteln, gehen die Eltern auf die Barrikaden. In der Lokalzeitung „Nordkurier“ moniert eine Claudia G. und fragt:

„Geht‘s noch? Erst sollen wir unsere Kinder über Schäden durch Alkohol und Drogen aufklären. Und jetzt wird ihnen schon in der Schule Alkohol von Lehrern angeboten!“ Der Sohn von Claudia G. besucht die neunte Klasse, ist 15 Jahre alt. Sie wurde gebeten, ein Dokument zu unterschreiben, das ihrem Sprössling das Trinken von bis zu einem Liter Bier „unter Aufsicht“ gestattet. G. verweigerte dies.

Scharfe Worte gegen den Ansatz

Ohne Unterschrift dürfen die Projektleiter dem Jungen kein Bier einflößen. Es drohen empfindliche Strafen, wenn man einem Jugendlichen unter 16 ohne elterliches Einverständnis Alkohol gibt. Die Krankenkasse DAK bezog Stellung und fand deutliche Worte: „Kinder sind keine Versuchskaninchen“, betont DAK-Sprecher Rüdiger Scharf. „Das geht auch ohne Alkohol: bei unserem Projekt 'Bunt statt Blau' kriegen sie eine Rauschbrille aufgesetzt, die einen hohen Promillespiegel simuliert.“

Auch die CDU-Politikerin Roswitha Schier zeigt sich geschockt von dem Projekt: „Kinder aus alkoholfreien Haushalten werden durch den Gruppenzwang zum Trinken verführt. Man lädt ja auch nicht alle Schüler zum Rauchen ein, um vor den Gefahren des Tabaks zu warnen. Das ist ja krank! Die „Bild“ fragte bei den brandenburgischen Bildung- und Gesundheitsministerien an, welche Steuersummen für das Projekt notwendig und wie viele Schulen daran beteiligt sind, erhielt jedoch keine Antwort.

Quelle: bild.de