UKE-Studie zeigt: Gesundheit und Sexualleben hängen zusammen – Wie eine Studie des Hamburger Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE) belegt, gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gesundheit eines Menschen und dessen sexueller Aktivität. Demzufolge verfügen diejenigen, die ein zufriedenstellendes Sexualleben haben, im Schnitt auch über einen besseren Gesundheitszustand.

Diese Erkenntnis resultiert aus einer Umfrage unter 4.955 Erwachsenen im Alter von 18 bis 75 Jahren.

Befragt wurden die Teilnehmer nach dem eigenen Gesundheitszustand und der sexuellen Aktivität in den letzten vier Wochen. Und siehe da: Bei Männern, die ihr Befinden mit „mittelmäßig“ beurteilten, reduzierte sich die Wahrscheinlichkeit für sexuelle Aktivität gegenüber Männern, die einen „sehr guten“ gesundheitlichen Zustand zu Protokoll gaben, von 79,1 Prozent auf 59 Prozent – war der Zustand „schlecht“, sank die Wahrscheinlichkeit sogar auf 30,1 Prozent.

Aufseiten der Frauen, rutschten die Zahlen von 72,5 Prozent auf 48 Prozent („mittelmäßig“) oder auf 32,4 Prozent („schlecht“).

Mit Blick auf die daraus folgende Studie „Gesundheit und Sexualität in Deutschland“ konstatiert der Studienleiter Prof. Peer Briken, seines Zeichens UKE-Direktor des Instituts für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie, dass „niedrigschwellige Gesprächsangebote zur Sexualität folglich in die hausärztliche Praxis gehören und in Aus- und Fortbildung von Medizinerinnen und Medizinern berücksichtigt werden sollten.“

Auch das Wissen über sexuell übertragbare Infektionen wurde im Rahmen der Studie abgefragt, welches sich bei heterosexuellen Menschen als unzureichend erwies.

71,1 Prozent der Befragten nannten HIV/AIDS an erster Stelle, es folgten Gonorrhö/Tripper (38,6 Prozent) und Syphilis (31,9 Prozent). Weitaus seltener wurden Krankheiten wie Chlamydien (11,7 Prozent), Genitalwarzen (4,4 Prozent) und Trichomoniasis (0,4 Prozent) aufgezählt.

Prof. Briken dazu: „Notwendig wären hier gerade auch Angebote für Gruppen, die noch zu wenig berücksichtigt werden, wie beispielsweise ältere Menschen oder Personen mit Migrationshintergrund.“

Die gewonnenen Daten sollen nun zur Unterstützung von Präventions- und Aufklärungskampagnen dienen und Angebote sowie Informationsmaterialien zur Familienplanung ergänzen. Zudem sollen auch politischen Entscheidungsträger mit relevanten Informationen versorgt werden.

„Dies ist auch deshalb entscheidend, weil sexuelle Gesundheit wichtig für das allgemeine Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit ist“, erklärt Briken.

Quelle: welt.de