'Danke für meine Arbeitsstelle' heißt es in einem bekannten Kirchenlied, und in unsicheren Zeiten wie diesen kann man ja auch nur beten, dass einem der Job erhalten bleibt. Man wird mitunter schneller arbeitslos als man 'Gehaltserhöhung' sagen kann, und so geben wir Deutschen uns besonders viel Mühe, die an uns gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Fleißig waren wir ja schon immer.

Nicht zuletzt deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir in der EU-Zone am meisten Überstunden schieben. Das ergab eine Studie der EU-Kommission in Brüssel. Demnach liegt die durchschnittlich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland bei 37,7 Stunden, ackern tun wir aber tatsächlich 40,5. An sich wäre das alles nicht weiter dramatisch, wenn man auch entsprechend entlohnt würde. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam jedoch zu dem Schluss, dass weniger als die Hälfte dieser zusätzlichen Stunden bezahlt wird. Deren Zahlen zufolgen haben im zweiten Quartal 2014 circa 38 Millionen Beschäftigte im Durchschnitt 11,9 Überstunden geleistet, wovon lediglich fünf ausgezahlt wurden. Auch ein Ausgleich durch Freizeit fand nicht statt. Somit wurden der IAB-Statistik nach den Arbeitgebern zwischen April und Juni insgesamt satte 262 Millionen Arbeitsstunden schlicht und einfach geschenkt.

So sehr diese Tatsache den deutschen Fleiß auch belegt – es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Immerhin werden die Reichen immer reicher und das natürlich auf Kosten der Arbeitnehmer. Aber was tut man nicht alles, um sein Land am Laufen zu halten. Denn auch du bist Deutschland. Also Fresse halten und arbeiten!