Tarifverhandlungen: Postboten erhalten dickes Lohnplus – Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 140.000 Mitarbeiter einigen können. Diese sollen zum 1. Januar 2021 zunächst 3 Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen, im Jahr darauf dann weitere 2 Prozent.

Der neue Tarifvertrag wurde von einer Verdi-Tarifkommission einstimmig angenommen und wird eine Laufzeit von 28 Monaten, bis Ende Dezember 2022, haben. Darüber hinaus sollen Beschäftigte in Vollzeit im November eine einmalige Zahlung in Höhe von 300 Euro erhalten, Teilzeitbeschäftigte und Auszubildende bekommen jeweils 150 Euro.

Außerdem wurden auch höhere Vergütungen für Auszubildende und dual Studierende beschlossen, sowie eine Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen vereinbart, die bis Ende 2023 gültig ist. Ferner haben Beschäftigte die Wahl auf das kommende Lohn- und Gehaltsplus zu verzichten, um stattdessen mehr Freizeit zu bekommen, die sogenannte Entlastungszeit.

Laut dem Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie habe man damit eine gute Gesamteinigung erzielen können, die sowohl den Mitarbeitern als auch den Kunden Planungssicherheit biete.

„Für uns war es wichtig, in einer sehr unsicheren wirtschaftlichen Gesamtsituation tragfähige Lohnsteigerungen zu vereinbaren, die einerseits eine Würdigung für die Leistungen unserer Beschäftigten darstellen, die es uns andererseits aber auch ermöglichen, weitere Investitionen in unser Geschäft zu tätigen, um langfristig Beschäftigung zu sichern. Dieses Ziel haben wir erreicht“, so Ogilvie.

„Das ist ein gutes Verhandlungsergebnis, das für die Beschäftigten eine nachhaltige Lohnerhöhung, Sicherheit und Perspektive bringt“, zeigt sich auch die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis mit den Ergebnissen zufrieden und ergänzt:

„Ohne das starke Engagement unserer Mitglieder wäre dies so nicht möglich gewesen.“

Zuvor hatten Tausende Beschäftigte der Post ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt. In der Folge kam es in den vergangenen zwei Wochen zu Verzögerungen bei der Sortierung und Zustellung von Briefen und Paketen.

Nach Firmenangaben waren grob zwei Prozent des bundesweiten Brief- und Paketvolumens an den Warnstreiktagen liegengeblieben. Laut Verdi hatten sich dabei rund 22.000 Beschäftigte an sechs Streiktagen und mehr als 300 Standorten beteiligt.

Quelle: rtl.de