Man kauft die Katze nicht im Sack, wie es so schön heißt. Wer etwa ein neues Auto erwirbt, der stiefelt auch nicht einfach zum Händler, ohne eine Ausgabe dieser Größenordnung zumindest einmal Probe zu fahren. Das war auch früher nicht anders. Etwa im alten Japan: Ließ sich ein Samurai ein neues Schwert schmieden, musste der Stahl vor dem Ernstfall natürlich ausprobiert werden. 

Wenig verwunderlich, drehte sich in dieser Epoche und ihrer Kultur doch schlicht alles um den Ehrbegriff der Kriegerkaste der Samurai. Schwertproben waren für diese Elitesoldaten unverzichtbarer Bestandteil ihres Standes. Natürlich ging es dabei auch um die Ehre des Schmieds – denn die stand bei einer schlechten Arbeit auf dem Spiel. „Tameshigiri“ nennt sich dieser Test, der noch heute an gerollten Bambusmatten o. Ä. durchgeführt wird.

Was darf es sein: Bambus oder Mensch?

Dadurch kann die Härte und Schärfe des Katana genannten „Echten Schwertes“ nachgewiesen werden – Bambus ist ein äußerst robustes und zugleich elastisches Material, das keinen Fehler verzeiht. Doch dieser Test verlief nicht immer so friedlich: Früher kamen dabei durchaus auch Leichen oder sogar noch lebende, entehrte Sträflinge – verzeiht das schlechte Wortspiel – unters Messer.

War das taufrische Schwert nicht in der Lage, Muskeln und Knochen vom Leib zu trennen, während ein solches Opfer auf einem Bett aus Sand oder Reis lag, galt die Probe als gescheitert. Die „Tameshigiri“ aus diesem Video verläuft eindeutig friedlicher, aber deswegen nicht weniger kunstfertig.