Wer etwas wirklich will, sollte nicht auf ein Wunder warten, das ihm die Dinge in den Schoß fallen lässt, sondern etwas dafür tun. Ja, wir wissen, das ist eine Binsenweisheit – aber eben deshalb, weil da so viel dran ist. Man nehme nur den Herren aus diesem Video: Der wollte gerne einen wirklich großen Swimmingpool für seinen Hinterhof. Statt auf einen Lottogewinn zu hoffen, investierte er lieber harte Arbeit. Unglaubliche 20 Jahre lang.

Micky Thornton aus Memphis in Tennessee (USA) hatte die Idee für seinen Pool bereits im zarten Alter von neun oder zehn Jahren. Ein Swimmingpool, der zum Ende hin so breit, ausladend und tief wurde, „dass man sich darin nicht wie in einer kleinen Kiste eingesperrt fühlt“, wie es der heute 60-Jährige in einem TV-Interview auf den Punkt bringt. Das, was am Ende nach zwei Dekaden Arbeit dabei herauskam, ist gewaltig.

1,8 Millionen Liter und 20 Tonnen Stahl

Thornton begann mit 39, seinen Traum zu verwirklichen – am Ende stand ein Becken mit einer Länge von 292 Metern, in dem unfassbare 20.000 Kilo Stahlalarmierung verbaut wurden. Der Pool verfügt über Fontänen und von Felsen gesäumte Wasserfälle und fasst nach Thorntons Schätzung ungefähr 1,8 Millionen Liter Wasser. Der einzige Wunsch von Thorntons Frau, als er mit den Arbeiten begann: „Nicht zu nahe am Haus“.
Eine Herausforderung, ist das Land hinter ihrem Anwesen doch ein abschüssiger Acker. Doch sie war überzeugt: „Du bist klug genug, du bekommst das schon hin.“ Das tat er. Ursprünglich baute Thornton seinen Pool für seine Familie und sich, doch als der Bau wuchs, kamen mehr und mehr Besucher hinzu: Kinder-Fußballteams und Kindergeburtstage, Passanten. Alle wollten baden.

Baseballer und Taufen

Sogar das japanische Baseball-Nationalteam besuchte das Becken, man rief vorher an und bat um Erlaubnis. 50 Spieler kamen zum Schwimmen. 2013 wurde der Pool erneuert, Thornton kreierte ein eigenes Filtersystem, um mit den Wassermassen fertig zu werden. In all den Jahren erlaubten die Thorntons jedem, ihr Becken umsonst zu benutzen – heute nehmen sie einen kleinen Betrag von jedem Schwimmer, weil man ihnen dazu geraten hat.

Dort werden nicht nur Kindergeburtstage gefeiert, sondern auch Familien-Zusammenführungen, Hochzeiten und Ähnliches. Über 400 Menschen wurden sogar bis heute in Thorntons Mega-Eigenbau-Pool getauft. Wenn ihr uns nun entschuldigen würdet, wir müssen zurück an unser aktuelles kleines Heimwerker-Projekt und ein bisschen weinen…