Es gibt nicht mehr viele Orte, an denen ein Mann heutzutage noch Mann sein darf. Deutschlands Fußballstadien sind mittlerweile von Weibsvolk durchsetzt wie eine Show auf Pro 7 von Werbung, sodass zwischen maskulinem Kampfgegröle immer häufiger Kommentare wie: „Ach, der ist aber süß!“ oder „Hoffentlich schießt der mit den roten Socken ein Tor!“ zu vernehmen sind. Und selbst die Bastion für den stolzen Penisträger von heute im Internet schlechthin, euer treues mann.tv, hat weibliche Leser.

Doch es gibt eine letzte Oase, in die uns eine Frau nur unter Androhung von Gewalt folgen würde. Einen Ort, frei von weiblichen Keimdrüsenhormonen und damit auch dem steten Gefühl etwas falsch gemacht zu haben und/oder an allem Schuld zu sein: das Herrenklo!
Dennoch ist das stille Örtchen weitab von ungefährlich. Zumindest wenn man sich nicht an die klar definierten, jedoch unausgesprochenen Gesetze hält, die hier gelten. Da man vor Ort aber ja nun mal schlecht darüber reden kann, haben wir die fünf wichtigsten hier einfach mal zusammengetragen.

REGEL 1: Nicht miteinander sprechen!

So wie der aufrechte Gang uns vom Tier unterscheidet, zieht diese essentielle Regel eine klare Grenze zwischen Mann und Frau! Während es eine Wand weiter bei den Damen zugeht wie im Großraumbüro der Telekom-Servicehotline, hat auf unserer Seite ein fast schon klösterliches Schweigen zu herrschen. Es gibt wahrlich wenig, was die Würde eines Mannes mehr in Frage stellt, als wenn ein solcher am Pissoir zu plappern beginnt.

REGEL 2: Stur geradeaus blicken!

Pissen an sich ist beileibe nicht der eleganteste Akt, weshalb nur wenige von uns sich gerne dabei beobachten lassen. Getreu der Maxime 'Pinkeln und Pinkeln lassen' stiert man am besten stur nach vorne wie der Kapitän eines Schiffes, der männlich markant dem Horizont entgegenblickt. Ja wir wissen sehr wohl, dass auch neben uns geschifft wird, aber das interessiert einen Mann nicht. Was zählt, ist, was vorausliegt – und nicht wie groß der Mast der anderen ist. Schließlich fischen wir ja letztendlich alle in unseren eigenen Gewässern.

REGEL 3: Sondiert die Lage vorher!

Zwar sind wir alle im Herzen Heimscheißer, doch manchmal überkommt es uns mit einer derartigen Macht, dass es notwendig wird, sein Ei auch mal woanders zu legen. Dabei ist es nicht verwerflich, wenn man es währenddessen so richtig krachen lässt. Wir sind schließlich unter uns, und es ist schon so manch einer zum König gekrönt worden, der am lautesten zu furzen vermag. Allerdings sägt man nachhaltig am eigenen Thron, wenn man an diesen gefesselt unterwürfig um Klopapier betteln muss. Insofern ist es für eine lange Regentschaft absolut essentiell, zu überprüfen ob genug davon vorhanden ist, BEVOR man die Hosen herunterlässt, um das Zepter zu schwingen.

REGEL 4: Niemals die Strahlen kreuzen

Okay, okay, bei den Ghostbusters hat es letztens Endes dazu geführt, dass die Welt gerettet wurde, auf dem Herrenklo raten wir jedoch ausdrücklich davon ab, den Strahl in eine andere Richtung zu lenken, als vom Erfinder des Pinkelbeckens vorgesehen. Geübte Pisser passen zudem den Winkel so an, dass Umstehende vom urinalen Funkenflug weitestgehend verschont bleiben. Wir empfehlen einen abwärtsgerichteten Neigungswinkel von 30 bis 45 Grad, und es einfach fließen zu lassen, anstatt die Bauchmuskeln dermaßen anzuspannen, dass ihr mit dem dadurch erzeugten Druck Castor-Demonstranten von den Bahngleisen pusten könntet.
Ach ja, seinem Kumpel währenddessen einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter oder einen Ellenbogenstoß in die Rippen zu verpassen, ist der Beziehung meist wenig förderlich.

REGEL 5: Wascht danach eure Hände!

Wenn ihr wirklich meint, darauf müsse nicht hingewiesen werden, dann herzlichen Glückwunsch: Ihr gehört zu den gut 50 Prozent, deren Eltern saubere Arbeit geleistet haben. Der Gedanke, dass ihr quasi jedem zweiten Kerl nicht bloß die Hand schüttelt, lässt einen nicht wirklich gut schlafen oder!? Insofern helft uns, die Welt ein wenig besser zu machen, indem ihr jedes Ferkel, dass ihr dabei beobachtet mit ungewaschenen Händen das Klo zu verlassen, lauthals an den Pranger stellt. Nett ist das nicht, aber letzten Endes tut ihr damit allen einen Gefallen.