Cannabis wird von vielen, die davor warnen, als ideale Einstiegsdroge bezeichnet. Doch die Diskussion um die Legalisierung reißt nicht ab. Jetzt warnt eine internationale Forschergruppe Eltern unter Beteiligung deutscher Wissenschaftler aufgrund neuer Erkenntnisse. Diese weisen nach, dass bereits ein oder zwei Joints genügen, um das Gehirn eines Jugendlichen merklich zu verändern.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im „Journal of Neuroscience“ und setzten für ihre Studie auf modernste bildgebende Verfahren wie die sogenannte „Voxel-basierte Morphometrie“. So konnten sie bei 14-Jährigen, die lediglich ein oder zweimal Cannabis geraucht hatten, direkt eine Zunahme der grauen Hirnsubstanz verzeichnen. Dies bedeutet, dass bei den Jugendlichen plötzlich mehr graue als weiße Hirnsubstanz vorhanden war.

Die Folge: Sowohl Arbeitsgeschwindigkeit als auch logisches Denkvermögen und körperliche Koordination in Sachen Geschick fielen bei den Probanden schlechter aus als bei Nicht-Konsumenten. Zwei Jahre lang hatten die Wissenschaftler Teenager für ihre Untersuchung unter die Lupe genommen, dabei hatten die konsumierenden Jugendlichen auch Symptome von Angststörungen offenbart.

Kinder und Jugendliche „besonders gefährdet“

Es konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, ob diese direkt in Zusammenhang mit der Droge stehen. Laut Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht konsumieren ca. 7 Prozent der 12-bis 17-Jährigen Cannabis, dabei sind es doppelt so viele Jungen wie Mädchen. Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, warnt vor den Konsequenzen.

Sie fordert mehr Aufklärung in Sachen Cannabis an Schulen und betont: „Vor allem für Kinder und Jugendliche kann Kiffen zum Problem werden. Die Folgen des Konsums von Cannabis werden in der öffentlichen Debatte häufig verharmlost. Nur weil manche Erwachsenen meinen, mit Cannabis kein Problem zu haben, ist die Droge für andere noch lange nicht harmlos.“

Quelle: bild.de