Männer, die keine zehn Liegestütze vollenden können, haben ein weitaus höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden oder sogar einen Schlaganfall zu erleben. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie der renommierten Harvard University, mit der eine Methode gesucht werden sollte, eine „einfache, kostenfreie und stellvertretende Messung des funktionellen Status“ der Herzgesundheit einer Person vorzunehmen.

Körperliche Aktivitäten sind ein bedeutender Gradmesser dafür, wie gesund ein Mensch ist – insbesondere, wenn es darum geht, wie es um den Zustand von Herz und Kreislaufsystem einer Person bestellt ist. Daher untersuchte das Forscherteam den Zusammenhang zwischen Liegestützen und dem Risiko einer Person, herzkrank zu werden. Denn Liegestütze lassen sich in einem sehr kurzen Zeitraum bewerkstelligen und messen.

1100 Männer im Alter zwischen 21 und 66 Jahren traten als Probanden für die Untersuchung an, das Durchschnittsalter lag bei 39,6. Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI) betrug 28,7 – die Testgruppe galt also so gerade als „übergewichtig“. Wichtig war den Forschern, dass sämtliche Testpersonen körperlich aktiv leben. Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren auf ihre „Liegestützen-Kapazität und Belastungstoleranz“ hin untersucht.

Eine einfache, kostenlose Maßnahme zur Abschätzung des Funktionsstatus

Dabei stellten die Wissenschaftler einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zu Liegestützen und Langzeitgesundheit her: Je mehr Liegestütze ein Mann durchführen kann, desto niedriger sein Risiko, herzkrank zu werden. Die Studie wies überdies nach, dass Liegestützen sogar ein besserer Gradmesser der Gesundheit sind, als Belastungstests auf dem Laufband.

In der Studie heißt es: „Überraschenderweise war die Liegestützkapazität stärker mit dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden als die Ergebnisse von submaximalen Laufbandtests [bei denen die Probanden laufen, während ihre Atmung gemessen wird].“ So liegt das Herzkrankheitsrisiko eines Mannes, der in der Lage ist, innerhalb eines bestimmten Zeitraums 40 Liegestütze oder mehr zu absolvieren, im Allgemeinen um 97 Prozent niedriger.

Wer noch 21 bis 30 Liegestütze schafft, hat immerhin noch ein um ein Viertel niedrigeres Risiko als Männer, die nicht einmal zehn schaffen. Das Fazit der Untersuchung: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere Liegestützleistung mit einer geringeren Häufigkeit von [kardiovaskulären] Ereignissen verbunden ist. Obwohl umfangreichere Studien in verschiedenen Altersgruppen erforderlich sind, kann die Liegestützleistung eine einfache, kostenlose Maßnahme zur Abschätzung des Funktionsstatus sein.“

Quelle: unilad.co.uk