Geld macht nicht glücklich, aber es hilft doch immens dabei! Allerdings ist das Empfinden davon, was „viel“ oder „ausreichend“ Geld bedeutet, von Region zu Region unterschiedlich. Das zeigt sich nicht erst im globalen Vergleich mit Ländern, in denen die Menschen vielleicht gerade mal 3 Euro am Tag verdienen, sondern bereits, wenn man sich auf den europäischen Kontinent beschränkt. Da stellt sich doch die Frage, wo es sich am besten leben lässt?!

Das US-amerikanische Jobportal Glassdoor wollte genau das wissen und rief dazu eine Studie ins Leben, welche die Lebensstandards in europäischen Staaten miteinander verglichen hat. Als Referenzwert diente dabei New York. Vier Faktoren waren ausschlaggebend:

1. Durchschnittslohn – sprich: was auf dem Lohnzettel steht.

2. Durchschnittslohn auf Basis der Kaufkraftparität – hier wird die Kaufkraft anhand eines einheitlichen Warenkorbs miteinander verglichen.

3. Lebenshaltungskosten in den größten Städten, gemessen an den Miet- und Konsumgüterpreisen.

4. Lebensstandard-Index

In Sachen durchschnittlicher Brutto-Gehälter liegt die Schweiz mit umgerechnet gut 72.000 Euro jährlich ganz vorne. Es folgen Norwegen mit 61.000 Euro und Dänemark mit 56.000 Euro. Deutschland landet mit rund 36.500 Euro noch hinter Großbritannien (41.000 Euro) und Österreich (40.000 Euro). Mit knapp 13.000 Euro haben die Estländer am wenigsten in der Tüte.

Doch was nutzt eine hohe Zahl auf dem Lohnscheck, wenn ein Stück Butter 5 Euro kostet? Insofern zeichnet sich auf Basis des zweiten Kriteriums gleich ein ganz anderes Bild. Demnach entspricht der deutsche Durchschnittslohn tatsächlich einem Wert von 39.500 Euro, während den Schweizern am Ende real bloß gut 51.000 Euro bleiben. Estland steigt zwar auf rund 19.000 Euro, bildet aber immer nicht das Schlusslicht.

Fragt man nach den Lebenshaltungskosten, geht es zunächst einmal um die Mietpreise. Mit New York als Indexgrundlage kostet eine Wohnung in Berlin beispielsweise knapp ein Viertel, in Hamburg gut 30 Prozent. Europaweit gesehen ist London die teuerste Stadt und kommt auf 84 Prozent des Preises einer Wohnung im Big Apple. Am günstigsten wohnt es sich dagegen in Thessaloniki in Griechenland. Kostet ein Quadratmeter in New York beispielsweise 10 Euro, werden in Thessaloniki dafür bloß 0,92 Euro fällig.

Was die Konsumpreise betrifft, sind die Schweizer Städte Genf und Zürich sogar knapp teurer als New York. Aus deutscher Sicht zahlen wir ungefähr die Hälfte dessen, was die Amerikaner in der Metropole im Alltag ausgeben müssen.

Am Ende zählt aber nur, was man für sein Geld bekommt, weshalb das letzte Kriterium Kaufkraft und Preise miteinander vermengt. Und auch hier liegt die Schweiz wieder deutlich vorne. In Deutschland erhält man für seinen Lohn aber immerhin noch 60 Prozent mehr Güter als in der Referenzstadt New York. Ein guter dritter Platz. Vor uns die Dänen, die dank niedriger Miet- und Konsumpreise den zweiten Platz belegen. Estland, Portugal und Griechenland sind der Studie zufolge die am wenigsten lebenswerten Länder.