Nicht nur die Mieten gehen in manchen deutschen Städten durch die Decke, sondern auch der Preis für Marihuana. Zu diesem Schluss kommt eine Studie eines Gewächshausproduzenten, die sich mit der Frage beschäftigt, was der Staat konkret verdienen könnte, würde Gras endlich legalisiert. Mit 11,65 Euro je Gramm dürften die Münchner dabei am tiefsten in die Tasche langen, wenn sie Gras kaufen möchten. Im Gegensatz dazu ist Marihuana in Frankfurt weitaus günstiger. 

Hier schlägt das Gramm mit 8,23 Euro zu Buche. Ein Hersteller für Mini-Gewächshäuser namens „Seedo“ hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben. Doch nicht nur die Kosten für Gras werden darin gestaffelt, sondern auch die Einnahmen, von denen der Fiskus profitieren könnte, würde das Ganze etwa besteuert wie deutsche Zigaretten. So würde allein Berlin etwa unglaubliche 91 Millionen Euro jährlich an Steuern einstreichen – während zugleich die Kosten für eine Verfolgung von Drogendelikten sinken würden. Ziemlich überzeugend.

Ein Joint = eine Flasche Wein

Interessant: Würden Steuern in Höhen eingetrieben, wie es momentan in den USA in Staaten mit legalisiertem Marihuana-Konsum der Fall ist, etwa in Colorado, würde Berlin nur noch 23 Millionen Euro Grassteuer nach so einem Modell kassieren. In Stuttgart, das mit 10,80 Euro pro Gramm die dritthöchsten Graspreise hat, wäre es sogar nur 4 Millionen Euro – dort wird einfach zu wenig gekifft. Auf internationalem Niveau bewegt sich Deutschland mit seinen Preisen noch im Mittelfeld, in Tokio berappt man für ein Gramm Marihuana satte 26 Euro – umgerechnet pro Joint so viel wie für eine Flasche Rotwein. 

Jene Städte, in denen der Erwerb bereits legal ist, haben im Mittel dieser Studie auch die niedrigsten Grammpreise für Marihuana: So kostet das Gramm in Quito in Ecuador gerade mal einen Euro, in Neu-Delhi ist es mit drei Euro etwas teurer, aber immer noch bezahlbarer als bei uns. Man darf gespannt sein, wie die im 1. Juli erfolgende vollständige Legalisierung von Cannabis in ganz Kanada sich dort auf die Preise auswirken wird. Nach Uruguay ist Kanada damit das zweite Land weltweit, das Marihuana vollständig und nicht nur auf bestimmte Städte, Bundesstaaten oder Regionen bezogen legalisiert.
Eine genaue, tabellarische Aufstellung zu den in der Studie ermittelten Graspreisen in Deutschland aus der „Wirtschaftswoche“:

  • Berlin            10,82 € pro Gramm    91,816 Mio. € Tabaksteuer
  • Düsseldorf      8,56 € pro Gramm    12,656 Mio. € Tabaksteuer
  • Frankfurt         8,23 € pro Gramm    14,448 Mio. € Tabaksteuer
  • Hamburg        9,31 € pro Gramm    40,128 Mio. € Tabaksteuer
  • Hannover       8,41 € pro Gramm    10,768 Mio. € Tabaksteuer
  • Köln                8,91 € pro Gramm    22,808 Mio. € Tabaksteuer
  • München       11,65 € pro Gramm    40,720 Mio. € Tabaksteuer
  • Stuttgart         10,80€ pro Gramm    16,160 Mio. € Tabaksteuer

Quelle: wiwo.de