Angeblich erkennt man ja bereits am Gang, welche Art von Unterwäsche ein Mann trägt. Ob da etwas dran ist, wissen wir nicht. Was aber als gesichert gilt ist, dass knallenge Sackkneifer unserer Fruchtbarkeit auf Dauer abträglich sind. Wer also will, dass sein Spermienvolk im Lande Hodensack wächst und gedeiht, der ernenne die Boxershorts zum Wächter des Reiches. Was viele schon vermutet haben, wurde nun von einer aktuellen Studie aus Boston bestätigt.

Das Ergebnis ganz nüchtern auf den Punkt gebracht: Männer, die bevorzugt Boxershorts tragen, verfügen über mehr Spermien als solche, die häufig mit eng sitzenden Unterhosen herumlaufen, berichten die Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston gegenüber der Fachzeitschrift „Human Reproduction“.

Zudem zeigte das Blutbild der Probanden, die ihre Hoden zu einem Leben im textilen Würgegriff verdammt hatten, eine vergleichsweise hohe Konzentration des sogenannten „follikelstimulierenden Hormons“ (FSH), dessen Job es ist, die Spermienproduktion anzuregen. Die Forscher deuten dies als Reaktion des Körpers auf die verringerte Samenproduktion infolge der Knechtschaft enger Unterwäsche.

Freiheit für den Sack!

Den Analysen zufolge haben Boxershort-Träger rund 17 Prozent mehr Patronen im Gürtel sowie 33 Prozent mehr schwimmende Spermien, eine insgesamt höhere Spermienkonzentration und geringere FSH-Werte. Weitere mögliche Einflussfaktoren, wie das Gewicht und Alter der untersuchten Männer, ob sie jemals geraucht haben oder ihre Liebe zu heißen Bädern, wurden im Zuge der Untersuchungen berücksichtigt.

Allerdings weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass deren Probanden aus Fruchtbarkeitskliniken rekrutiert worden sind. Zudem fand die Art der bevorzugten Überhose keine Beachtung. Zwar gebe die Studie einen Hinweis darauf, dass man Männer mit Fertilitätseinschränkungen in der Beratung darauf hinweisen solle, dass enge Unterhosen der Fruchtbarkeit nicht zugutekommen, man dürfe aber nicht pauschal als Umkehrschluss davon ausgehen, dass enge Unterhosen automatisch unfruchtbar machen.

Immerhin hat die Abnahme der Spermienqualität bei Männern in der westlichen Welt über die letzten Jahrzehnte diverse Gründe, von denen die erhöhte Temperatur des Hodensackes nur einer ist. Dessen optimale Betriebstemperatur liegt übrigens einige Grad unter der Körpertemperatur.

Quelle: giessener-anzeiger.de