Das Smartphone: Fluch und Segen einer Gesellschaft, die sich lieber durch die Linse einer Kamera betrachtet als im Spiegel. In digitaler Hinsicht machen uns die vernetzten Mobil-Geräte äußerst kommunikativ, im wahren Leben jedoch ist das ewige Starren auf einen kleinen Bildschirm dem geselligen Miteinander eher hinderlich. Ein Problem, welches sich einer Studie der University of Virginia zufolge sogar schon bis ins Schlafzimmer erstreckt.

Denn wie eine Befragung von 221 Studenten ergab, greift jeder Zehnte bei einer eingehenden Nachricht oder einem Anruf selbst dann zum Smartphone, wenn er oder sie Sex hat! Und für überwältigende 95 Prozent ist es ganz normal, ihr Gerät zu nutzen, während man sich in der Gesellschaft von Freunden befindet. Sieben von zehn Teilnehmern gaben zudem an, dass ihr Mobiltelefon regelmäßig auf der Arbeit zum Einsatz kommt.

Auf die Befragung folgte ein zweiwöchiges Experiment. In der ersten Woche sollten die Studenten ihr Handy stets auf laut stellen und sämtliche Push-Benachrichtigungen aktivieren. In Woche zwei, dann genau das Gegenteil: Benachrichtigungen deaktivieren und sämtliche Töne auf lautlos.

Und wie sich zeigte, wiesen sämtliche Teilnehmer in der zweiten Woche ein signifikant höheres Level an Hyperaktivität auf und hatten große Probleme, sich auf etwas zu konzentrieren. Symptome, die man auch der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung zuordnet. Besser bekannt als ADHS.

Aber keine Sorge. Die Forscher weisen ausdrücklich darauf hin, dass Smartphones kein ADHS auslösen können, handle es sich dabei doch um eine neurologische Störung! Kostadin Kushlev, Wissenschaftler im Bereich Psychologie und Leiter der Studie, fasst zusammen:
Unsere Ergebnisse zeigen schlicht, dass die konstante digitale Stimulation zu einem steigenden Aufmerksamkeitsdefizit in der modernen Gesellschaft führen kann.