Dass Rauchern eine Kippe zum Bier am besten schmeckt, ist allgemein bekannt. Viel faszinierender ist aber, dass mitunter selbst eingeschworene Nichtraucher in einer feucht-fröhlichen Runde plötzlich ihre Vorsätze über Bord werfen und zu einer Zigarette greifen. Tatsächlich hat das Phänomen der sogenannten „Party-Raucher“ eine ganz bestimmte Ursache, die sogar wissenschaftlich fundiert ist.

Rauchen hat deshalb ein so hohes Suchtpotential, weil unser Gehirn dabei das Glückshormon Dopamin ausschüttet. Das führt dazu, dass unser Körper den Akt des Rauchens als ein positives Erlebnis einstuft. Ähnliches gilt für Alkohol, dessen Genuss den Dopaminspielgel ebenfalls ansteigen lässt und damit das Verlangen fördert, mehr zu trinken.

Sind wir nun nach ein paar Bier oder Wein in ausgelassener Stimmung, fällt dem gutgelaunten Gehirn plötzlich ein, dass es ja noch etwas gibt, das glücklich macht. In der Folge schürt es die Lust zu rauchen, weshalb sich auch Menschen, die sonst selten oder überhaupt nicht rauchen, unter Alkoholeinfluss plötzlich eine Zigarette anzünden.

Dopmain + Dopamin =Stress?

Nun sollte man meinen, dass sich die Glücksgefühle infolge der Kombination aus Trinken und Rauchen summieren, allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Wissenschaftler der University of Pennsylvania haben herausgefunden, dann die Freisetzung von Dopamin gestoppt wird, wenn man Alkohol zu sich nimmt und gleichzeitig raucht. In der Folge fühlen wir uns gestresst und unwohl, während der Körper nach etwas verlangt, das den Dopaminspiegel wieder in die Höhe treibt.

Und schon rasen wir steil abwärts auf einer Doppel-Helix des Konsums, trinken noch ein Bier, ziehen uns noch eine Kippe rein, und so weiter und so fort. Wie schwer es ist, diesem Teufelskreis zu entfliehen, zeigt sich schon an der Tatsache, dass 90 Prozent aller alkoholkranken Menschen einer Studie der University of Durham zufolge auch nikotinabhängig sind.

Vielleicht gelingt es euch ja auf Basis dieses Wissens, Rauchen und Alkoholgenuss voneinander zu trennen. Oder wie es Egon Spengler einst so treffend formulierte: „Ihr dürft nie die Laserströme kreuzen. Das wär’ ziemlich schlecht.“ Vielleicht hilft euch diese Eselbrücke ja beim nächsten Mal.

Quelle: welt.de